Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine versehentliche Vorstellung als der russische Präsident Wladimir Putin durch US-Präsident Joe Biden als „Fehler“ abgetan. Die USA „haben den Ukrainern eine Menge Unterstützung gegeben. Wir können einige Fehler vergessen, denke ich“, sagte Selenskyj am Samstag vor Reportern zu Beginn seines Irland-Besuchs am Flughafen Shannon.
Selenskyj war in dieser Woche auf dem Nato-Gipfel in Washington. Dort stellte Gastgeber Biden Selenskyj als „Präsident Putin“ vor und bezeichnete seine eigene Stellvertreterin Kamala Harris als „Vizepräsident Trump“. Biden begründete seinen Versprecher bei der Pressekonferenz am Donnerstag damit, dass er „so konzentriert darauf war, Putin zu schlagen“.
Trump reagierte auf den zweiten Versprecher auf seiner Internetplattform „Truth“. Trump schrieb dazu zynisch: „Crooked Joe beginnt seine ‚Big Boy‘-Pressekonferenz mit den Worten: ‚Ich hätte Vizepräsidentin Trump nicht als Vizepräsidentin ausgewählt, obwohl ich glaube, dass sie nicht dafür qualifiziert war, Präsidentin zu werden.‘ Tolle Arbeit, Joe!“
Demokraten zweifeln an Joe Bidens Eignung
Biden sieht sich nach seinem fahrigen und wirren Auftritt im Fernsehduell mit dem Ex-Präsidenten und mutmaßlichen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump mit einer immer breiteren Debatte über seine körperliche und geistige Eignung für weitere vier Jahre im Präsidentenamt konfrontiert - auch in der eigenen Partei. Die erneuten Patzer beim Nato-Treffen schürten die Diskussionen über Bidens geistige Fitness.
Immer mehr Demokraten fordern Biden auf, sich aus dem Rennen um das Weiße Haus zurückzuziehen. Bei Wahlkampfauftritten am Freitagabend betonte der US-amerikanische Präsident nun, dass er genau das nicht vorhat. „Wir müssen diesen Job zu Ende bringen“, sagte er vor Anhängern in der Kleinstadt Northville im Bundesstaat Michigan, der für die Präsidentschaftswahl im November entscheidend sein wird. „Und ich verspreche Ihnen, dass es mir gut geht“, versuchte Biden Zweifel an seiner geistigen Fitness zu zerstreuen.
Selenskyj traf auf dem Flughafen den irischen Regierungschef Simon Harris. Dieser kündigte für die kommenden Wochen einen Besuch in der Ukraine an und lud Selenskyj zu einem offiziellen Besuch ein. Harris zufolge sprachen beide über ein mögliches Abkommen über Minenräumung, Energie, humanitäre Hilfe und eine sichere Lebensmittelversorgung.
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