Berlin - Am Montag wurde bekannt, dass ein kleines Kind gestorben ist. Masern. Eine Schule wurde geschlossen wegen Masern. Eine Kinderkrankheit, die man kaum ernst genommen hat, verbreitet auf einmal Schrecken.
Alles Quatsch? Hysterie? Die ganze Aufregung bloß wegen einer Kinderkrankheit? Ganz so einfach ist es nicht. Masern können tödlich sein. Nicht für jeden natürlich, sondern nur in Ausnahmen. Wie jetzt bei sehr kleinen Kindern. Aber auch bei Erwachsenen, die nicht geimpft sind.
Ich weiß nicht, wie in Ihrer Familie oder unter Ihren Freunden darüber geredet wird. Bei uns am Redaktionstisch entbrannte gestern der Streit: Impfen oder nicht? Die Pragmatiker sagen: Klar, impfen. Wozu gibt es die moderne Medizin, wenn wir sie nicht nutzen, um unnötige Risiken zu vermeiden. Auf der anderen Seite die Naturmedizinfraktion: Kinder brauchen Krankheiten für ihre Entwicklung, Krankheiten helfen Ihnen im Leben gesund zu bleiben. Diesen Romantikern sei gesagt: Wir sind im gut versorgten Deutschland und können uns den Luxus leisten, krank zu werden. Wer nicht geimpft ist, kann sich sicher sein, dass ihm so gut es geht geholfen wird.
Aber wir sind nicht allein auf der Welt. Die Menschen reisen, sie bringen Krankheiten mit oder exportieren sie in Länder, wo es nicht so komfortabel zugeht. Und dort ist man um jede Impfung, um jeden Geimpften, froh.
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