28 Frauen sind in Berlin in diesem Jahr bislang getötet worden –die meisten von ihnen in Mitte. Das teilte das Bezirksamt auf Facebook mit. Die Zahl der Fälle ist damit gestiegen: Die Polizei Berlin gibt für 2023 insgesamt 19 getötete Frauen an. Der Bezirk Mitte liegt nach Angaben des Bezirksamts seit Jahren bei der Gesamtzahl aller Gewaltvorfälle gegen Frauen an erster Stelle.
Mit der Aktion „Rote Schuhe“ und einer Flaggenhissung vor dem Rathaus Tiergarten will das Bezirksamt nun am 25. November um 12 Uhr ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen. Auch die Berliner Polizei beteiligt sich. Bis zum 25. November wird die Polizei zudem im Rahmen der Kampagne „Berlin sagt Nein zu Gewalt gegen Frauen“ aktiv. Ziel sei es, durch Informationsmaterialien und Gespräche das Bewusstsein für häusliche Gewalt zu schärfen und Betroffene zu ermutigen, das Schweigen zu brechen und Straftaten anzuzeigen, teilte die Polizei mit.
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Straftaten und Gewalt gegen Frauen haben im vergangenen Jahr in ganz Deutschland zugenommen. Wie aus dem am Dienstag vorgestellten Lagebild des BKA zu gegen Frauen gerichteten Straftaten hervorgeht, sind in nahezu allen Deliktbereichen deutliche Anstiege zu verzeichnen. So wurden 2023 mehr als 52.000 Frauen oder Mädchen Opfer von Sexualstraftaten wie Vergewaltigung, sexueller Belästigung und Nötigung. Das waren rund 3000 beziehungsweise 6,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Mehr als die Hälfte der Opfer waren jünger als 18 Jahre, wie BKA-Vizepräsident Michael Kretschmer sagte. Im Bereich häusliche Gewalt wurden mehr als 180.000 weibliche Opfer gezählt, ein Plus von 5,6 Prozent. 938 Mädchen und Frauen wurden Opfer von Tötungsversuchen, 360 von ihnen starben. Damit habe es fast jeden Tag einen Femizid gegeben, sagte Innenministerin Nancy Faeser (SPD). Besonders stark war dem Lagebild zufolge im vergangenen Jahr der Anstieg bei gegen Frauen gerichteter digitaler Gewalt. 17.193 Opfer wurden 2023 registriert, 25 Prozent mehr als im Jahr davor. Die überwiegende Mehrzahl der Straftaten in diesem Bereich sind Nötigungen, Bedrohungen und Stalking.
Stark gestiegen ist 2023 dem Bundeskriminalamt zufolge auch die Zahl sogenannter Hasskriminalität gegen Frauen. Gemeint sind damit Straftaten, die dezidiert frauenfeindlich motiviert sind. 322 solcher Taten wurden im vergangenen Jahr registriert. Das waren 56,3 Prozent mehr als 2022. In 29 dieser Fälle ging es 2023 um Gewaltstraftaten – eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. (mit dpa)
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