Der Schwarzmarkt mit rezeptpflichtigen Medikamenten in Berlin floriert. Fentanyl-Pflaster zum Beispiel gehören zu dem Angebot der Dealer. Sie arbeiten mit gefälschten Rezepten. Jetzt warnt die AOK Nordost vor Fälschungen bei Papierrezepten für Betäubungsmittel und teure Arzneimittel. Diese würden verstärkt im Zuständigkeitsbereich der Krankenkasse auftauchen – vor allem in Berlin.
„Im ersten Quartal 2025 wurden hauptsächlich in Berliner Apotheken Rezeptfälschungen zu Fentanyl-Pflastern, aber auch zu Lonsurf, Lenvima und Besremi eingelöst“, so die AOK Nordost in einer Mitteilung von diesem Dienstag. Lonsurf, Lenvima und Besremi werden Krebspatienten verordnet. Die Kasse teilt weiter mit, ihr sei daraus ein finanzieller Schaden in sechsstelliger Höhe entstanden. „Apotheken sollten entsprechende Verordnungen besonders sorgfältig prüfen.“
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AOK appelliert an Praxen, E-Rezepte auszustellen
Sie appelliert an Arztpraxen, so weit möglich E-Rezepte zu verordnen. Betäubungsmittel und sogenannte Muster-16-Rezepte sollten diebstahlsicher gelagert werden. „Die Fälschungen sind oftmals schwer erkennbar, was es besonders herausfordernd für die Apotheken macht.“
Schmerzmittel Fentanyl, Tilidin und Oxycodon liegen in einer Apotheke auf dem Tisch.
© Monika Skolimowska/dpa
Im Umlauf sind ebenso gefälschte Rezepte für die Abnehmspritzen Mounjaro oder Ozempic. Diese sind ursprünglich für Patienten mit Diabetes Typ 2 vorgesehen, erfreuen sich aber wegen ihrer Eigenschaft, Gewicht zu reduzieren, einer großen Beliebtheit hierzulande. Deshalb blüht auch hier der Schwarzmarkt. Mit den Präparaten erzielen die Fälscher hohe Preise.
Doch wie sind gefälschte Rezepte zu erkennen? „Sind diese Präparate auf einem Papierrezept verordnet, sollte stets eine sorgfältige Prüfung erfolgen, um sicherzustellen, dass es sich um eine echte Verordnung handelt“, sagt Julia Goldmann, Beratungsapothekerin bei der AOK Nordost. Auf den meisten gefälschten Rezepten stehe ausdrücklich die Diagnose, obwohl dies bei Arzneimittelverordnungen nicht vorgesehen ist. Außerdem wird eine falsche oder gar keine Dosierung angegeben. Das Schriftbild auf den Rezepten ist oftmals nicht einheitlich.
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