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Brand im Hochhaus

Hochhaus-Brand in Kreuzberg: Zwei Menschen verfehlen Sprungtuch der Feuerwehr und sterben – offene Fragen

In einem Hochhaus in der Lindenstraße ist am Freitagabend ein Feuer ausgebrochen. Zwei Menschen sterben beim Sprung ins Freie. Ein Insider sagt: Für ein Sprungtuch war es eh zu hoch.

Christian Gehrke Team News Morris Pudwell Laurenz Chushion Morris Pudwell/dpa
4 Min
Bei einem Hochhaus-Brand in Kreuzberg gab es zwei Tote.

Bei einem Hochhaus-Brand in Kreuzberg gab es zwei Tote.

© Morris Pudwell

Wegen eines Brandes im zehnten Stock eines Hochhauses in Berlin-Kreuzberg sind zwei Menschen am Freitag aus dem Gebäude gesprungen und ums Leben gekommen. Sie seien trotz Reanimation noch an der Unfallstelle gestorben, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Bei den Opfern handele es sich um einen 45-jährigen Mann und eine 22-jährige Frau, wie die Polizei am Samstag mitteilte. 

Das Feuer war am Freitagnachmittag gegen 16.27 Uhr in der Wohnung der beiden Personen im zwölften Stock des Gebäudes in der Lindenstraße mit insgesamt 15 Etagen ausgebrochen. 

Wie die Berliner Zeitung erfuhr, wollten die Rettungskräfte das Sprungtuch gerade aufbauen, als die Bewohner der Brandwohnung sprangen. So verfehlten sie das Sprungtuch sehr knapp und verstarben vor Ort.

Brand in Kreuzberg: Unklar, warum Sprungtuch überhaupt eingesetzt wurde

Derzeit sind Fragen offen: Es ist unklar, warum die Rettung der beiden Mieter über das Treppenhaus nicht erfolgreich war. „Ein Sprungtuch, sei es nun aufgebaut gewesen oder nicht, hätte aus der Höhe eh nichts gebracht“, so ein Insider zur Berliner Zeitung. Er vermutet, dass die Hitzeentwicklung so hoch war, dass die Mieter auf den Balkon geflüchtet sind. Ein Sprecher der Feuerwehr wird am Abend im RBB zitiert, dass ein Sprungpolster nur bis zu einer Höhe 16 Meter geeignet ist. Die Wohnung liege aber in einer Höhe von 30 Metern, so der Sprecher.

Nach Aussage von Anwohnern habe es in dem Gebäude schon einmal gebrannt. Grund dafür sei ein Problem mit der Elektrizität gewesen.

Oben im zwölften Stock ist die Brandwohnung noch deutlich zu erkennen.

Oben im zwölften Stock ist die Brandwohnung noch deutlich zu erkennen.

© Morris Pudwell

Die Rettungskräfte gehen neben den beiden Toten von mehreren Verletzten aus, die Freitagabend von einem Psychologen-Team betreut wurden. Die Ermittler der Polizei sicherten bis in den späten Freitagabend Spuren. 

Zeuge: Mieter hielt sich am Balkon fest und stürzte dann ab

Ein Anwohner aus dem elften Stock sagte der Berliner Zeitung: „Ich habe Schreie gehört und bin nach draußen.“ Gekannt habe er die verstorbenen Mieter nicht. „Das ist kein Haus, in dem jeder jeden kennt. “

Der Zeuge Mariusz S., der im Erdgeschoss des Hauses gegenüber wohnt, sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe den Brand bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Aus der Brandwohnung habe er Hilferufe gehört. Die Frau sei dann sehr schnell auf der Flucht vor den Flammen gesprungen. Der Mann habe sich zunächst an den Balkon geklammert. Dann habe er jedoch losgelassen, bevor die Feuerwehr das Sprungkissen ganz habe öffnen können. Wie auf einem Twitter-Video zu sehen, ist er nur mit einer Unterhose bekleidet.

Der Zeuge sagte, für ihn sei das Geschehen ein Trauma gewesen. Auch eine Nachbarin, die alles mitbekommen hatte, sagte: „Mein Herz tut weh.“  

Vor dem Wohnhaus liegen noch die verkohlten Türen der Brandwohnung.

Vor dem Wohnhaus liegen noch die verkohlten Türen der Brandwohnung.

© Laurenz Cushion

Berliner Hochhaus brennt: Das ist zur Brandursache bekannt 

„Schon als wir eintrafen, haben sich mehrere Personen bemerkbar gemacht“, erklärte ein Sprecher der Feuerwehr. Mehrere Personen hätten gerettet sowie rettungsdienstlich versorgt werden müssen. Mehr als 160 Einsatzkräfte waren den Angaben der Feuerwehr zufolge vor Ort.

Der Deutschen Presse-Agentur sagte der Feuerwehrsprecher, falsch parkende Autos hätten das Ausfahren einer Drehleiter verzögert. Allerdings sei auch die Drehleiter für diese Höhe nicht ausreichend. „Bei einem Hochhaus ist der Rettungsweg innen gelegen“, sagte der Sprecher. Üblicherweise würde man nicht versuchen, jemanden aus dieser Höhe von außen zu retten. Nach dem Sprung seien die beiden Menschen rettungsärztlich versorgt worden. Doch seien sie vor Ort gestorben.

Der Brand war nach Angaben der Feuerwehr bereits nach einer guten halben Stunde gegen 17.06 Uhr gelöscht. Das Feuer habe in dem aus Beton errichteten Haus nicht auf andere Wohnungen übergegriffen. Die Brandursache ist noch unklar und wird von der Polizei Berlin ermittelt.


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