Mit geringem Aufwand kann man viel erreichen. „Das ist besonders attraktiv für Menschen, die sonst in ihrem Leben nicht so viel bewegen können“, sagte vor einiger Zeit Carl-Ernst von Schönfeld dem WDR. Er hat als Psychologe und Gutachter mit Brandstiftern zu tun. Das von ihm genannte Motiv scheint in der zurückliegenden kriminellen Woche auch in Berlin einige Täter getrieben zu haben. So legte am Montagmorgen ein 48-Jähriger in Wannsee Feuer an der Rückseite des Marktes in der Königstraße. Polizisten nahmen den Mann in der Nähe fest.
In Marzahn brannten in der Nacht zu Dienstag zwei Autos. Anwohner sahen an der Allee der Kosmonauten einen Mann, der sich an den geparkten Fahrzeugen aufhielt. Kurz darauf brannten zwei Autos. Die Feuerwehr konnte das vollständige Ausbrennen der Wagen nicht verhindern. Zwei weitere danebenstehende Autos wurden durch die Flammen beschädigt.
Am Dienstagmorgen zündete jemand in Reinickendorf 25 Motorräder an. Ein Anwohner rief gegen 1 Uhr die Feuerwehr zu einem Gewerbehof in der Tietzstraße. Als die Feuerwehr kam, standen dort alle abgestellten Zweiräder in Flammen.
Hitlergruß, Hakenkreuz und Nazi-Gewalt: Drohen Berlin Baseballschlägerjahre 2.0?
In der Weserstraße brennen Mülltonnen – mutiger Anwohner greift ein
Freude am Zündeln hatten Unbekannte auch am Mittwochabend in der Neuköllner Weserstraße. Sie steckten mehrere Mülltonnen in Brand. Polizisten löschten zusammen mit der Feuerwehr die Brände. Gegen 0.45 Uhr wurde es dann dramatischer: Diesmal waren Menschenleben in Gefahr, als in derselben Straße Mülltonnen in einem Hinterhof in Brand gesteckt wurden. Der giftige Rauch zog in einen Hausflur und in Wohnungen. Ein mutiger Anwohner brachte sich in Gefahr, als er Mülltonnen, die noch nicht brannten, wegzog. Dabei explodierten immer wieder Deoflaschen, die im Müll lagen.
Am Freitagmorgen wurde die Feuerwehr in die Randowstraße in Hohenschönhausen alarmiert. Als sie eintraf, brannte dort ein Auto lichterloh. Das Feuer hatte bereits auf weitere Autos übergegriffen. Der Brandstifter war geflüchtet. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass er – wie auch die anderen Brandstifter der zurückliegenden Tage – aus der Ferne zusah und das bisschen Macht genoss, das er in dem Augenblick über andere Menschen hatte. So etwas haben Ermittler in der Vergangenheit immer wieder festgestellt.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de