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Kriminalität

Gewalt gegen die Berliner Feuerwehr: 106 Attacken auf Einsatzkräfte allein 2023

Feuerwehr-Einsatzkräfte werden mit Pflastersteinen beworfen, sie werden beleidigt und beschossen. Die Übergriffe werden als „potenziell traumatisierend“ eingestuft.

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Die Feuerwehr im Einsatz in der Silvesternacht 2022/2023. In dieser Nacht verzeichnete die Feuerwehr besonders viele Übergriffe auf ihre Einsatzkräfte.

Die Feuerwehr im Einsatz in der Silvesternacht 2022/2023. In dieser Nacht verzeichnete die Feuerwehr besonders viele Übergriffe auf ihre Einsatzkräfte.

© Paul Zinken/dpa

Die Berliner Feuerwehr hat im laufenden Jahr 2023 bis zum 31. August 106 Übergriffe auf Einsatzkräfte gezählt. Das geht aus einer Statistik hervor, die der Berliner Zeitung vorliegt. Demnach gab es 36 Beleidigungen, 38 tätliche Angriffe, 16 Bedrohungen und 35 Beschüsse oder Würfe mit zum Beispiel Pyrotechnik, Holzbrettern, Pflastersteinen oder Ähnlichem.

Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr hoch. 2022 verzeichnete die Feuerwehr noch 140 Übergriffe auf Einsatzkräfte im gesamten Jahr. Davon gehen allein 69 Übergriffe auf die Silvesternacht 2022/2023 zurück. Mit den 106 Übergriffen allein bis Ende August und mehr als 13 im Monatsdurchschnitt steuert das Jahr 2023 auf einen Rekord zu. Zum Vergleich: Ohne die Silvesternacht verzeichnete die Feuerwehr 2022 durchschnittlich knapp sechs Übergriffe auf Einsatzkräfte pro Monat.

Feuerwehr stellt sich bei Jugendlichen vor

Die Feuerwehr nennt in ihrem Jahresabschlussbericht die Nacht des Jahreswechsels „eine Nacht wie noch nie“, die Gewalt gegen Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr habe da eine neue Dimension erreicht. Laut eines Sprechers der Feuerwehr reagiert man in der Behörde mit verstärkter Präventionsarbeit. „Wir gehen in die Stadtteile, in denen viele Übergriffe passieren, und stellen uns den Jugendlichen vor. Wir geben denen einen Einblick, wie wir arbeiten“, sagte der Sprecher der Berliner Zeitung. Außerdem läuft seit Sommer die Kampagne „Keine Gewalt gegen Retter“, mit der Feuerwehr und Schornsteinfeger für die Angriffe, die sie erleben, sensibilisieren wollen.

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) bekräftigt im Jahresabschlussbericht 2022 ihr Versprechen, weitere Bodycams für die Feuerwehr anzuschaffen. Die Feuerwehr erforscht seit 2018 im Rahmen des Projektes „Charly BOS“ die Auswirkungen von Übergriffen auf die Psyche von Feuerwehr-Einsatzkräften und stuft solche Erfahrungen als „potenziell traumatisierend“ ein.

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