Energiekrise

Hohe Ölpreise: Fidschi drohen landesweite Stromabschaltungen

Die Energiekrise zeigt, wie empfindlich Inselstaaten auf globale Ölpreise reagieren. In Fidschi fällt zugleich die Wasserkraftleistung zu Beginn der Trockenzeit.

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Die Regierung Fidschis muss über Hilfen für den Versorger Energy Fiji Limited entscheiden, damit ab Juni keine Stromabschaltungen drohen.

Die Regierung Fidschis muss über Hilfen für den Versorger Energy Fiji Limited entscheiden, damit ab Juni keine Stromabschaltungen drohen.

© Mick Tsikas/imago

Der mehrheitlich staatliche Energieversorger Energy Fiji Limited (EFL) warnt ab dem 1. Juni vor rotierenden Abschaltungen oder landesweiter Rationierung, falls die Regierung bis Freitag keine vollständige Deckung der Treibstoffkosten zusagt. Das berichtete die Tageszeitung The Fiji Times am Mittwoch unter Berufung auf EFL-Chef Fatiaki Gibson.

Hohe Verluste je Kilowattstunde

Laut Fiji Times macht EFL bei der Stromerzeugung mit Diesel 48,3 Cent Verlust je erzeugter Kilowattstunde. Die Erzeugung kostet 86,70 Cent, der durchschnittliche Verkaufstarif liegt bei 38,4 Cent. Beim Einsatz von Schweröl beträgt der Verlust 6,24 Cent je Kilowattstunde. Die aktuellen Treibstoffpreise seien unter der bestehenden Tarifstruktur nicht tragbar, sagte Gibson der Zeitung. Hintergrund sind die hohen Preise auf den internationalen Treibstoffmärkten wegen der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und der daraus resultierenden Störungen der Lieferketten.

Zugleich sinkt in Fidschi nach Angaben des fidschianischen Senders FBC News zu Beginn der Trockenzeit die Leistung der Wasserkraft. Der Pegel des Monasavu-Staudamms liegt demnach bei rund 736 Metern und damit unter dem von EFL angestrebten Niveau von über 740 Metern. In der Trockenzeit könne der Anteil von Wasserkraft und anderen erneuerbaren Quellen an der Stromerzeugung auf 30 bis 35 Prozent sinken; Öl- und Dieselkraftwerke müssten dann 65 bis 70 Prozent liefern.

Fidschi ist ein Inselstaat im südlichen Pazifik mit rund 300 Inseln und mehr als 500 kleineren Eilanden. Etwa 100 Inseln sind bewohnt, der Großteil der Bevölkerung lebt auf Viti Levu und Vanua Levu, Hauptstadt ist Suva. Das Land war seit 1874 britische Kronkolonie, wurde 1970 unabhängig und 1987 nach zwei Militärputschen eine parlamentarische Republik. Die Bevölkerung besteht vor allem aus iTaukei und einer großen Bevölkerungsgruppe indischer Herkunft. Wirtschaftlich gehört Fidschi zu den stärker entwickelten Inselökonomien des Pazifik. Tourismus und Landwirtschaft sind die Säulen der Wirtschaft, daneben spielen Zuckerrohr und Bekleidungsindustrie eine wichtige Rolle.

Drei Szenarien je nach Hilfe

EFL hat einen dreistufigen Plan beschlossen. Erhält das Unternehmen bis zum Freitag die volle Kostendeckung für März und April, läuft der Betrieb normal weiter. Bei nur teilweiser Hilfe beginnen am 1. Juni rotierende Abschaltungen einzelner Netzgebiete. Ohne jede Hilfe folgt nach öffentlicher Ankündigung eine landesweite Rationierung. Krankenhäuser, Wasserversorgung, Flughäfen und Notdienste sollen in allen Fällen vorrangig versorgt werden, wie FBC News berichtet.

Ministerpräsident Sitiveni Rabuka sagte dem Portal Fijivillage, er wolle eine Rationierung möglichst vermeiden, sei aber bereit, sie hinzunehmen, falls sie unausweichlich werde. Er kündigte ein Treffen mit Vorstand und Geschäftsführung von EFL an. Australien habe Hilfen zur Bewältigung der Treibstoffkrise im Umfang von 30 Millionen australischen Dollar zugesagt, umgerechnet rund 18 Millionen Euro. Dieses Geld fließe in den Staatshaushalt und solle die Folgen der Versorgungsengpässe abfedern.

Parallel wartet EFL laut Fiji Times auf eine Entscheidung der fidschianischen Wettbewerbs- und Verbraucherbehörde FCCC über einen Treibstoffzuschlag auf die Strompreise. Ohne ausreichende Kostendeckung erwartet EFL ab Juli 2026 laufende Verluste und in der zweiten Jahreshälfte Liquiditätsengpässe.

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