Filmfestival

Filme über Baseballschlägerjahre: Diese Jungossis tun nichts, die wollen nur prügeln

Die Retrospektive des Filmfestivals „Achtung Berlin“ blickt in die Abgründe der Nachwendejugend. Kriegen nichts auf die Reihe und keiner mag sie. Waren die alle so?

4 Min
Der Regisseur Thomas Heise mit einem seiner Protagonisten und dem Kameramann Sebastian Richter in Halle-Neustadt (v.l.)

Der Regisseur Thomas Heise mit einem seiner Protagonisten und dem Kameramann Sebastian Richter in Halle-Neustadt (v.l.)

© :Ö-Filmproduktion

Da will einer Bäcker werden und kriegt nicht mal einen Marmorkuchen hin. Da schmeißt ein anderer sein Begrüßungsgeld für eine Walther P.38 aus dem Fenster, für ein Wehrmachtsschießeisen, das nicht mehr schießt. Was für Loser tanzen da eigentlich besoffen zu Störkraft? Was finden die so lustig, wenn sie im KZ Buchenwald posieren?

Die Retrospektive des diesjährigen Filmfestivals „Achtung Berlin“ heißt „Nachhall der Baseballschlägerjahre“ und beinhaltet neun Filme, die sich mit den rechten bis rechtsextremistischen Jugendkulturen der Wende- und Nachwendezeit beschäftigen, vornehmlich im Osten Deutschlands. Ein lohnendes Programm aus Dokumentar- und Spielfilmen, die ihr Echo in der immer weiter nach rechts driftenden Gegenwart zu finden scheinen. Wer es sich ganz reinzieht, könnte auch noch den letzten Glauben an die Heilbarkeit von gekränkten, übellaunigen und gelangweilten Faschoseelen verlieren, die in der DDR halbwegs groß geworden, aber dumm geblieben sind. Wie kann man nur gleichzeitig so jung und so stumpf sein?

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