Findelkind aus Angermünde

Mutter des ausgesetzten Babys festgenommen

Die Mutter des ausgesetzten Babys wird festgenommen - hinter dem Fall steckt wohl eine Geschichte von Überforderung und Verheimlichung. Nach dem Fund eines getöteten Babys im vergangenen Dezember in Potsdam fehlt der Polizei dagegen noch eine entscheidende Spur.

BLZ
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Die Frau habe glaubhaft versichert, dass sie das Mädchen nicht habe töten wollen, sagte der Sprecher. Vielmehr habe sie es nach der einsamen Geburt in einem Waldstück bei Joachimsthal am vergangenen Dienstag in ein Handtuch und eine Decke gewickelt, um es vor Kälte zu schützen. Dann sei sie mit ihrem Auto nach Angermünde gefahren und habe das Kind an der Laderampe des Marktes abgelegt, damit es schnell gefunden werden könne.

Die Polizei hält es für glaubhaft, dass der Frau das Wohl des Mädchens am Herzen lag: „Hätte sie das Baby in der Nacht ausgesetzt, wäre ihre Chance, unentdeckt zu bleiben, sicher höher gewesen“, sagte der Sprecher. Sie habe ihre Schwangerschaft verheimlicht. Der Frau, die derzeit in Untersuchungshaft ist, gehe es gesundheitlich gut. Ermittelt wird jetzt wegen der Aussetzung des Neugeborenen.

Details zum Familienstand der 26-Jährigen und zu ihrem Wohnort sollen laut Polizei nicht veröffentlicht werden, um die Frau zu schützen. Polizeisprecher Möhwald sagte am Dienstag lediglich, die Frau ähnele dem veröffentlichten Porträt.
Dem kleinen Mädchen geht es gut. Es befindet sich noch in einem Krankenhaus in Eberswalde, soll aber in den kommenden Tagen zu einer Pflegefamilie kommen, wie eine Kreissprecherin ankündigte. Zeugen hatten das Baby am Dienstagnachmittag an dem Supermarkt entdeckt.

Fast ein halbes Jahr nach dem Fund einer Babyleiche in Potsdam suchen die Ermittler nach wie vor nach der Mutter. Die Polizei setzt nun auf die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ - dort soll der Fall am 25. Juli vorgestellt werden. (dpa)

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