Fitness

Hier können sie kostenlos in Berlin Sport treiben

Drei Sportarten, die sie betreiben können, ohne dafür zu bezahlen.

BLZ
4 Min
Wer kein Geld fürs Fitnessstudio ausgeben möchte, hat in Berlin genügend Sport-Alternativen.

Wer kein Geld fürs Fitnessstudio ausgeben möchte, hat in Berlin genügend Sport-Alternativen.

© imago/Westend61

Tischtennis

Zahlreiche Outdoor-Tischtennisplatten gibt es in Berlin.

Zahlreiche Outdoor-Tischtennisplatten gibt es in Berlin.

© imago/Science Photo Library

Sie stehen am Straßenrand, in Parks, auf Spielplätzen und Schulhöfen: Tischtennisplatten aus Beton. Hier zu spielen, kostet nichts. Außer manchmal Geduld beim Warten, etwa an einem sonnigen Samstagnachmittag. Da kann es schon passieren, dass beispielsweise im Gleisdreieck-Park sämtliche Platten belegt sind.  Meist sind es Freunde, die den kleinen Ball über das Netz  bugsieren oder pfeffern. Manchmal versuchen sich aber auch Eltern mit ihrem Nachwuchs – je kleiner die Kinder, desto kürzer die Verweildauer. Mitunter spielen hier aber auch – trotz Wind und Betonplatte – Halbprofis, die sich tausendfach den Ball auf immer die gleiche Weise zuspielen, um einen bestimmten Schlag zu trainieren. Unterm Tisch, im Schatten, der Ghettoblaster und die Getränke.

Mehr als tausend dieser Outdoor-Platten gibt es allein in der Berliner Innenstadt, weiß Peter Ulrich (36). Der Kreuzberger Web- und Grafikdesigner betreibt die Internetseite Pingpongmap: Der  Berliner Stadtplan dort ist übersät mit kleinen Tischtenniskellen, klickt man die Symbole an, kommen oft Fotos oder Kommentare wie „Sauber und gepflegt, zwei Bänke für Zuschauer, viel Platz zum Spielen“ oder „Alkoholkonsum laut Warnschildern verboten“ zum Vorschein.

2007 hatte Peter Ulrich die Idee zu dieser Internetseite. Damals war sein Lieblingsspieltisch im Treptower Park, wo er sich mit  Freunden traf, mal wieder besetzt und die Truppe  wusste nicht, wo die nächstgelegene Alternative zu finden ist. Inzwischen listet die Website Tischtennisplatten in aller Welt auf. 

Zirkeltraining

Sit-ups kann man auch beim Zirkeltraining absolvieren.

Sit-ups kann man auch beim Zirkeltraining absolvieren.

© imago/Westend61

Kniebeugen, Liegestütze, Sit-ups. Die guten alten Übungen aus dem Sportunterricht der 70er und 80er-Jahre sind seit einiger Zeit als „Zirkeltraining“ wieder in Mode gekommen. Wer kein Geld für ein Fitnessstudio ausgeben will, kann sie in jedem Park trainieren. Aber allein macht es nicht so viel Spaß und sieht vielleicht auch ein bisschen seltsam aus. Außerdem fehlt der fachmännische Blick eines Trainers, der einen korrigiert, falls man falsche Bewegungen macht. Seit vergangenem Jahr lädt daher der Berliner Leichtathletikverband in Kooperation mit der AOK Nordost jeden Donnerstag auf dem Tempelhofer Feld zum gemeinsamen Zirkeltraining ein.

Der große Vorteil: Die Gruppe, maximal 20 Personen, wird kostenlos angeleitet von Übungsleitern mit A-Lizenz. Diese peppen das Training auf mit speziellen Geräten wie Kettlebells, Sprintgurten und Sandsäcken. Man muss sich allerdings online registrieren lassen; die Juli-Donnerstage sind schon ausgebucht. Im August gibt es noch freie Plätze unter www.leichtathletik-berlin.de. Es kann auch lohnen, einfach so vorbei zu kommen. Manchmal erscheinen nicht alle Angemeldeten. Dann ist Platz für Nachrücker. Start: jeweils 18 und 19 Uhr. Mitzubringen sind lediglich Handtuch, Sportkleidung und ausreichend zu trinken. Ab Oktober geht es dann in die Halle.

Boule

Boule wird unter anderem im Mauerpark gespielt.

Boule wird unter anderem im Mauerpark gespielt.

© imago/Norbert Schmidt

Das Kugelspiel Boule entwickelte sich in Frankreich. Das in Deutschland stationierte französische Militär und Touristen brachten das Spiel über den Rhein. Einige der in der ganzen Bundesrepublik verstreuten Pétanque-Spieler fanden sich zu Clubs zusammen, bis schließlich Anfang der 80er Jahre der Deutsche Pétanque-Verband (DPV) ins Leben gerufen wurde. Diese Dachorganisation richtet Deutsche Meisterschaften aus. In Berlin gibt es aber auch verschiedene jederzeit von jedermann bespielbare Plätze. Am Kreuzberger Paul-Lincke-Ufer, zwischen Forster und Liegnitzer Straße, findet man fast bei jedem Wetter jemanden, der Boule spielt.

Seit über 20 Jahren treffen sich bei schönem Wetter Boulespieler auf der Verkehrsinsel Urbanstr./Fichtestr./Körtestr.. Der ehemalige Boule-Platz der französischen Alliierten, Rue Doret 8, ist ein regelrechtes Boulodrôme – über 8000 Quadratmeter groß, mit 33 Bahnen. Gespielt wird auch auf dem Mittelstreifen der Schlossstraße am Sophie-Charlotte-Platz, im Mauerpark an der Max-Schmeling Halle, hinter dem Rathaus Reinickendorf, Rathauspark 1, im Rudolph-Wilde-Park und am Rathaus Schöneberg um den Brunnen mit dem goldenen Hirschen herum. (BLZ)

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