Europäische Union

Flightradar24 deckt auf: Von der Leyens Flugzeug hatte GPS-Signal

Öffentliche Flugdaten zeigen: Einen GPS-Ausfall bei von der Leyens Bulgarien-Flug scheint es nicht gegeben zu haben. Die EU hatte Russland verdächtigt.

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EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen war mit dem Flugzeug über Bulgarien unterwegs.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen war mit dem Flugzeug über Bulgarien unterwegs.

© Brendan SMIALOWSKI/AFP

Beim Anflug auf den Flughafen der bulgarischen Stadt Plowdiw soll der Jet von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen von Navigationsproblemen betroffen gewesen sein. Nach Angaben aus Kommissionskreisen seien die elektronischen Navigationshilfen ausgefallen. Der Trackingdienst Flightradar24 widerspricht jedoch dieser Darstellung.

Ein anonymer Beamter hatte der Financial Times (FT) gesagt: „Im gesamten Bereich des Flughafens war das GPS ausgefallen.“ Demnach habe das Flugzeug rund eine Stunde über Plowdiw kreisen müssen, bevor der Pilot schließlich entschied, mit analogen Karten manuell zu landen. „Es war unbestreitbar eine Störung“, betonte der Informant.

EU-Kommission wirft Russland „Einmischung“ vor

Von der Leyen reiste nach ihrem Besuch ohne Zwischenfälle im selben Flugzeug wieder ab. Die stellvertretende Kommissionssprecherin Arianna Podesta erklärte gegenüber Politico, man habe von den bulgarischen Behörden Hinweise erhalten, wonach „der Verdacht bestehe, dass diese eklatante Einmischung von Russland ausging“.

Einige Medien berichteten, die Maschine habe sich eine Stunde lang im Holding-Modus befunden. Die Webseite Flightradar24 weist dies allerdings zurück: „Der Flug war für 1 Stunde und 48 Minuten geplant. Er dauerte 1 Stunde und 57 Minuten“, schrieb der Dienst auf X. Zudem habe der Transponder des Flugzeugs während des gesamten Flugs eine „gute GPS-Signalqualität“ gemeldet.

Die bulgarische Flugsicherungsbehörde bestätigte gegenüber der britischen FT Störungen, nannte jedoch keinen Urheber: „Seit Februar 2022 beobachten wir einen deutlichen Anstieg von [GPS-]Störungen und zuletzt auch von Spoofing-Vorfällen.“ Solche Eingriffe beeinträchtigen den Empfang exakter GPS-Signale und erschweren sowohl den Flugbetrieb als auch die Arbeit der Bodensysteme.

Von der Leyen war von Warschau nach Plowdiw geflogen, um den bulgarischen Ministerpräsidenten Rossen Scheljaskow zu treffen und eine Munitionsfabrik zu besichtigen. Dort wollte sie über die Stärkung der Verteidigungsbereitschaft der EU im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine sprechen.


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