Berlin- Der private Fernzugbetreiber Flixtrain hat sein Angebot gekürzt. Seit Montag gelten Fahrpläne, die auch von und nach Berlin weniger Fahrten vorsehen. Auf zwei Linien des Konkurrenten der bundeseigenen Deutschen Bahn (DB) verkehren dienstags und mittwochs, auf einer dritten Linie auch donnerstags keine Züge mehr. Eine weitere Linie folgt am 17. Januar. Die neuen Fahrpläne sollen vorerst bis April gelten.
„Grund für die Reduzierung der Kapazitäten ist die sinkende Nachfrage durch die Omikron-Variante und der Wiederanstieg der Trassenpreise“, sagte Flixtrain-Sprecher Sebastian Meyer der Berliner Zeitung. „Wir informieren alle Fahrgäste proaktiv über den Ausfall ihrer Fahrt. Diese haben dann das Recht auf eine Ersatzbeförderung oder erhalten auf Wunsch den Fahrpreis als Gutschein oder monetär zurück.“
Hohe Trassenpreise in Deutschland
Für die Nutzung der Gleise berechnet DB Netz den Zugbetreibern Entgelte. Bis zum 31. Dezember 2021 musste nur ein Prozent davon bezahlt werden, hieß es bei Flixtrain. Seit dem Beginn dieses Jahres werden wieder 57 Prozent der ursprünglichen Trassenpreise berechnet, die Förderung sei also auf 43 Prozent zurückgegangen. „Stand jetzt gilt ab Juni 2022 sogar wieder der volle Satz“, berichtete Meyer. „Die Trassenpreise sind europaweit nur in Frankreich höher als in Deutschland.“
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Auf der Flixtrainlinie FLX 10 stehen von Berlin über Erfurt nach Frankfurt (Main) und Stuttgart statt sechs Mal wöchentlich nur noch freitags und sonntags jeweils zwei Züge auf dem Plan. Montags und sonnabends gibt es eine Fahrt.
Die Linie FLX 20 wurde bisher zwischen Hamburg und Köln zwei Mal täglich von den grünen Zügen befahren. Seit Montag finden nur noch freitags und sonntags je zwei Fahrten statt. Montags, donnerstags und sonnabends ist je eine Tour vorgesehen.
Auf der Linie FLX 30 von Berlin über Hannover ins Rheinland, die bislang bis Köln ebenfalls bis zu zwei Mal täglich befahren wurde, herrscht nun sogar dienstags, mittwochs und donnerstags Betriebsruhe. Freitags und sonntags gibt es je zwei Fahrten, montags und sonnabends eine.
Zwischen Berlin und Hamburg sind weitere Einschränkungen in Sicht
Auf der Linie FLX 35 werden vom 17. Januar an ebenfalls an drei Tagen in der Wochenmitte keine Flixtrains mehr verkehren. Freitags und sonntags werden künftig wie bisher täglich drei Züge von Berlin nach Hamburg angeboten, am Sonnabend sinkt die Zahl der Fahrten von drei auf eins. Auf dem Abschnitt von Berlin nach Leipzig gab es ebenfalls Kürzungen. Vom 29. Januar an gelten weitere Einschränkungen.
Direkt auf die Insel: Berlin bekommt durchgehende Sylt-Verbindung zurück
Wie berichtet fährt der Flixtrain, der Berlin morgens um kurz nach acht Uhr nach Hamburg verlässt, nicht mehr täglich, sondern nur noch freitags, sonnabends und sonntags. Das ermöglicht es der DB, zu dieser Zeit ab Ende Januar montags bis donnerstags wieder einen durchgehenden Intercity von Berlin nach Westerland (Sylt) anzubieten. Die traditionsreiche Verbindung war mit Beginn der Bauarbeiten auf der Hamburger Bahn im September 2021 eingestellt worden.
Flixtrain setzte sich gegen DB Fernverkehr durch
Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 konnte sie nicht zurückkehren, weil ein ICE die Trasse in der bisherigen Zeitlage um kurz nach 9 Uhr ab Berlin übernahm und sich Flixtrain die Trasse um kurz nach acht Uhr ab Berlin gesichert hatte. Das Unternehmen bekam den Slot nach den Regularien von DB Netz zugewiesen, weil es sich gegen DB Fernverkehr durchgesetzt hatte. Weil das private Unternehmen zunächst einen Zug von Innsbruck über Berlin und Hamburg nach Kiel angemeldet hatte, der deutliche höhere Trassenpreiserträge als Berlin-Westerland erbracht hätte, gewann es die Trasse.
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Bei DB Fernverkehr wurde kritisiert, dass Flixtrain auch für andere Slots längere Zugläufe angemeldet hatte als dann tatsächlich gefahren wurde. „Natürlich ist es in unserem eigenen Interesse, Trassen nur so anzumelden, wie wir sie am Ende für die Fahrgäste bedienen können“, entgegnete Meyer. „Um eine geplante Strecke aber auch wirtschaftlich sinnvoll betreiben zu können, müssen mehrere Faktoren stimmen. So brauchen wir etwa funktionierende Trassen in beide Richtungen, damit die Reisenden mit FlixTrain hin und zurück fahren können. Wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen nicht gegeben sind, können wir ursprünglich geplante Strecken leider nicht bedienen.“
DB-Planer bekräftigten, dass sie daran arbeiten, dass es die durchgehende Verbindung von Berlin über Hamburg nach Westerland (Sylt) künftig wieder an allen Wochentagen gibt. Für den Sommer werde angestrebt, sie wieder täglich um kurz nach 9 Uhr ab Berlin anzubieten.
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