Flüchtlinge in Berlin

Senat sucht über das Internet Wohnungen für Flüchtlinge

Der Flüchtlingsandrang nach Berlin hält an. Die Notunterkünfte werden knapp. Für Menschen mit Bleibeperspektive sucht der Senat dringend Wohnungen. Da sind auch Privatleute gefragt.

BLZ
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Wohnungen für Flüchtlinge werden in Berlin dringend gesucht.

Wohnungen für Flüchtlinge werden in Berlin dringend gesucht.

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Privatleute sollen helfen, Tausende anerkannter und geduldeter Asylbewerber in Wohnungen in Berlin unterzubringen. Dazu veröffentlichte die Berliner Sozialverwaltung am Mittwoch eine Übersicht im Internet, um gezielt Angebot und Nachfrage für Flüchtlinge zu bündeln. Damit wende sich die Behörde bewusst an die Öffentlichkeit, sagte Sozialsenator Mario Czaja (CDU) am Mittwoch.

Bis Ende September seien in diesem Jahr 1517 Flüchtlinge in 659 Wohnungen vermittelt worden, doch mit Blick auf den noch gestiegenen Flüchtlingsandrang würden viel mehr gebraucht. Die Miete übernehme das Land. Gezahlt werde rund fünf Euro Kaltmiete pro Quadratmeter.

Das Portal wende sich an alle, die noch eine leerstehende Wohnung haben, an Familien oder Wohngemeinschaften, die ein Zimmer untervermieten wollen und an Grundbesitzer, die Häuser, Grundstücke oder Gewerbeimmobilien bereitstellen könnten. Auf dem Portal könnten alle Interessenten ihre Angebote in entsprechende Formulare eintragen und Kontakt zu den Ansprechpartnern aufnehmen.

Zum Vorschlag des Grünen-Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele, das frühere Bundesinnenministerium in Moabit für Flüchtlinge zu nutzen, sagte Czaja: „Es darf keine Denkverbote für leerstehende Immobilien in öffentlichem Besitz geben.“
Derzeit leben nach Angaben des Senators rund 30.000 Flüchtlinge in Gemeinschafts- und Notunterkünften und rund 10.000 bereits in Wohnungen. Bisher habe Berlin in diesem Jahr knapp 53.900 Flüchtlinge - davon Zehntausende auch von der Balkanroute via Bayern - aufgenommen. Doch hätten Tausende die Stadt auch wieder verlassen in Richtung anderer deutscher Städte oder in andere Länder wie Schweden oder Norwegen.

Aufgrund des Wohnungsmangels lebten aber noch rund 2500 anerkannte Asylbewerber in den Flüchtlingsunterkünften, die längst Anspruch auf eine Wohnung hätten, sagte Czaja. Im Auftrag des Senats kümmert sich um die Anmietung von Wohnungen für Flüchtlinge vor allem das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk (EJF).

Derzeit seien bei ihrer Beratungsstelle 6000 wohnungssuchende Asylbewerber registriert, sagte dessen Vorstandssprecher Andreas Eckhoff. Durch den öffentlichen Appell hoffe man auf viel mehr Angebote. Ziel sei, 2016 rund 3000 Flüchtlingen eine langfristige Wohnperspektive zu vermitteln. In der Beratungsstelle kümmerten sich jetzt 14 Mitarbeiter um die Vermittlung.

Auch befristete Mietverträge seien möglich, betonte Czaja. Er bat auch Immobilienbesitzer, die schon vor zwei Jahren Immobilien angeboten hätten, diese erneut in die Formulare mit der genauen Beschreibung einzutragen. Heute sei der Standard aufgrund des großen Flüchtlingsandrangs gesunken. (dpa)

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