Flüchtlingsunterkünfte in Berlin

Erste Flüchtlinge in Hangar 3 in Tempelhof eingezogen

Für Tausende Flüchtlinge werden schnell Unterkünfte gebraucht. Container sind kaum noch zu haben. Ein Berliner Händler sieht Versäumnisse bei den Kommunen. Derweil hält der Zustrom an.

BLZ
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Doppelstockbetten aus Metall und Holz stehen in einem Hangar des ehemaligen Flughafen Tempelhof.

Doppelstockbetten aus Metall und Holz stehen in einem Hangar des ehemaligen Flughafen Tempelhof.

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Die große Zahl an Flüchtlingen hat zu einem akuten Mangel an Wohncontainern geführt. Die Lieferzeit für diese provisorischen Unterkünfte beträgt nach Angaben aus der Branche inzwischen rund sechs Monate. Auch die Kauf- und Mietpreise für die Container stiegen deutlich. Unterdessen sind am Sonntag in einen weiteren Hangar des ehemaligen Flughafens Tempelhof in Berlin die ersten Flüchtlinge eingezogen.

Neu ankommende Menschen würden nun auf Hangar 1 und den inzwischen ebenfalls bezugsfertigen Hangar 3 verteilt, sagte eine Sprecherin der Sozialsenatsverwaltung. Auch die Bundeswehr habe beim Aufbau geholfen. Am Montag will Sozialsenator Mario Czaja (CDU) die Unterkunft in den ehemaligen Flughafengebäuden besuchen.

Der Geschäftsführer des Berliner Container-Handelsbüros CHB, Peter Bonitz, sagte der Deutschen Presse-Agentur, zur Miete koste ein Wohncontainer inzwischen ohne Nebenkosten rund 200 Euro pro Monat. Der Kaufpreis habe sich in den vergangenen Wochen um bis zu 10 Prozent auf 6500 Euro erhöht. CHB hat in Berlin vier Containerdörfer errichtet. Ein Container ist 15 bis 17 Quadratmeter groß und hat bis zu vier Schlafplätze. Bonitz vertrat die Auffassung, dass die Kommunen „die Wirklichkeit lange nicht erfasst“ hätten. Auf den Flüchtlingsandrang sei viel zu spät reagiert worden.

Mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Mit dem anhaltenden Zustrom nach Berlin ist auch die Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge stark gestiegen. Allein im dritten Quartal - von Juli bis September wurden in Berlin rund 1500 junge Asylbewerber unter 18 Jahren neu erfasst, wie die Bildungs- und Jugendverwaltung mitteilte. Dies seien doppelt so viele junge Menschen wie im gesamten ersten Halbjahr 2015 gewesen. Deshalb wird ihre Erstunterbringung auch immer schwieriger. Bei dieser Aufgabe soll von Montag an (2.11.) Ex-Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) helfen.

In diesem Jahr sind bislang mehr als 51 000 Flüchtlinge nach Berlin gekommen. Das bedeute aber nicht, dass alle auch in der Hauptstadt blieben, sagte eine Sprecherin der Senatssozialverwaltung am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Bis zum 4. September wurden demnach 22 064 fest aufgenommen. Am 5. September hatte die Verteilung der über die Balkanroute nach Bayern gelangenden Flüchtlinge begonnen. Seitdem seien in Berlin 29 122 Menschen neu hinzugekommen, hieß es. Täglich erreichen weiterhin Busse und Züge die Hauptstadtregion. 2014 waren im gesamten Jahr 12 000 Flüchtlinge in Berlin registriert worden. (dpa)

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