Flughafen BER

„Lärmpause“ für Anwohner des Flughafens

Mahlow, Berlin-Bohnsdorf und andere Wohngebiete profitieren, wenn der Flugverkehr während der Sanierung der künftigen BER-Nordbahn verlagert wird. Doch die Ruhe ist nicht von Dauer.

Peter Neumann
2 Min
Mahlow wird nicht verlärmt, Blankenfelde entlastet.

Mahlow wird nicht verlärmt, Blankenfelde entlastet.

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Mehrere tausend Anwohner des Flughafens Schönefeld werden vom Krach der Turbinen verschont – allerdings nur einige Monate lang. Das wurde am Montag nach der Sitzung der Schönefelder Fluglärmkommission bekannt. Weil die Start- und Landebahn zwecks Sanierung gesperrt wird, muss der Luftverkehr so lange auf eine andere Piste verlegt werden: auf die Südbahn des künftigen Flughafens BER, die dafür vorübergehend in Betrieb genommen wird. Die Verlagerung nach Süden wird dazu führen, dass einige Gebiete nicht mehr überflogen werden, sagte Hans Niebergall von der Deutschen Flugsicherung (DFS). „So wird es für Mahlow eine Lärmpause geben“, kündigte er an. Auch Berlin-Bohnsdorf profitiere.

Die derzeit einzige Start- und Landebahn in Schönefeld muss erneuert werden. Allzu lange lässt sich die Sanierung nicht aufschieben, denn die Piste werde in Zukunft als Nordbahn des BER dienen  – und muss darum bis zur Gesamteröffnung des Flughafens fertig sein. Die Arbeiten werden rund vier Monate dauern. „Bevor Ende 2014 der Frost beginnt, sollen sie abgeschlossen sein“, sagte Gerhard Steintjes, Vorsitzender der Fluglärmkommission.

Erst Lärmschutz, dann bauen

Ob die Flughafengesellschaft FBB ihren engen Zeitplan einhält, hängt jedoch von zwei Bedingungen ab.

Zum einen dürfen die Arbeiter erst loslegen, wenn feststeht, auf welchen Routen die Flugzeuge nach dem Start auf der Südbahn das Gebiet verlassen werden. „Damit rechnen wir für den 26. Juni 2014“, so Niebergall. Bei Westwind überfliegen startende Flugzeuge Dahlewitz, um südlich von Ludwigsfelde westlich oder östlich abzudrehen. Mahlow wird nicht verlärmt, Blankenfelde entlastet. Nach Osten führt die Startroute über die Gosener Wiesen. „Sie wird von Berlin-Bohnsdorf abgerückt“, kündigte Niebergall an.

Zum anderen muss die Flughafengesellschaft für den Lärmschutz der 4000 betroffenen Haushalte gesorgt haben. „Vorher darf sie aus Sicht der Genehmigungsbehörde nicht mit der Sanierung beginnen“, sagte Wolfgang Fried von der Oberen Luftfahrtbehörde. Entweder wurden die Gebäude bis dahin gedämmt – oder die FBB hat den Eigentümern eine Entschädigung bewilligt, wenn die Kosten für derlei Umbauten 30 Prozent des Verkehrswerts überschreiten würden. Dieser Zeitplan sei „sportlich“, so Fried. Die Flughafengesellschaft habe bereits vor Problemen gewarnt.

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