Schönefeld Rund vier Monate nach dem schwersten Zwischenfall im Luftverkehr dieser Region seit 1989 soll in der nächsten Woche eine wichtige Entscheidung über die Zukunft des Unglücksflugzeugs fallen. Der Förderverein Rosinenbomber Berlin will am 21. Oktober während einer Mitgliederversammlung entscheiden, ob er die schwer beschädigte Douglas DC-3 kauft. Außerdem soll eine Stiftung gegründet werden, sagte der Vereinssprecher Frank Hellberg gestern. Sie soll das Geld verwalten, das für die weiteren Untersuchungen und den angestrebten Wiederaufbau nötig ist.Das 1944 gebaute Flugzeug, das während der Luftbrücke Hilfsgüter nach West-Berlin befördert hatte, musste am 19. Juni bei Schönefeld notlanden, nachdem das linke Triebwerk ausgefallen war. Sieben Insassen wurden verletzt, das rechte Triebwerk geriet in Brand. Der Eigentümer, Hellbergs Rundflug-Unternehmen Air Service Berlin, meldete im Juli Insolvenz an. Nur unter dem Dach des als gemeinnützig anerkannten Vereins, der Spenden sammeln darf, sei eine Zukunft für den Rosinenbomber vorstellbar, so der Sprecher. Der Kaufpreis steht noch nicht fest. Zunächst aber soll die Kölner Firma Nayak Aviation die DC-3 untersuchen, sagte der Vereinsvorsitzende Heinz-Dieter Kallbach. Die Fachleute müssen prüfen, ob sich der besonders stark lädierte Rumpf wiederherstellen lässt. Wenn das nicht mehr möglich ist, werde sich der Verein auflösen, so Kallbach. Doch Hellberg hofft, dass die historische Maschine wieder fliegen wird: "Davon gehen wir aus. Was wir jetzt brauchen, ist Zeit - und Geld."Die Ursache des Unglücks ist noch nicht aufgeklärt, sagte Jens Friedemann von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. "Wir ermitteln weiterhin, welches Problem das linke Triebwerk hatte und ob sich die Besatzung richtig verhielt", teilte er auf Anfrage mit. (pn.)
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