Comeback in der Königsklasse

Robert Kubica geht volles Risiko ein

Acht Jahre nach seinem Horrorcrash kehrt der Pole in die Formel 1 zurück

Elmar Brümmer
3 Min
Er kann gar nicht anders: Rennfahrer Robert Kubica

Er kann gar nicht anders: Rennfahrer Robert Kubica

© imago/Motorsport Images

Dramatischer Unfall bei Jux-Rallye

Dazwischen liegen ein dramatischer Unfall bei einer Jux-Rallye, die Kubica wortwörtlich den Kopf hätte kosten können. Er kam mit einem nahezu bewegungsuntauglichen rechten Arm davon. Und der Prognose: Ende der Karriere. Aber für einen, der als Teenager allein in Italien gelebt und in der Garage seines Kart-Teams geschlafen hat, ist ein Nein nur die Aufforderung das Ja möglich zu machen.

Stück für Stück hat er sich nach oben gearbeitet. Verbittert war er nie, aber ehrgeizig. Das hat ihn im Vorjahr schon nah an ein Cockpit gebracht, doch Williams waren entweder die Risiken zu hoch, oder das mitgebrachte Sponsorengeld zu gering. Der ehrwürdige Rennstall ist weit verzweifelter als es Kubica je war. Der Hauptsponsor ist weg, und Investor Lawrence Stroll steigt um zu Force India, weil er da für Sohn Lance die besseren Chancen sieht.

Vorläufiges Happy End

Natürlich ist Kubica ein Notnagel, neben ihm fährt noch der britische Mercedes-Nachwuchspilot George Russell. Der neue Deal wird dem Schlusslicht große Aufmerksamkeit bringen. „Was für eine Reise“, sagt der Rennfahrer selbst über das vorläufige Happy End seines Schicksals, „es war ein langer Weg zurück, und es beginnt eine neue Herausforderung. Sicher keine leichte.“

Er ersetzt den Russen Sergej Sirotkin, der zwar viel Mitgift, aber weniger Talent mitbrachte. Der neue Stammpilot ist so etwas wie ein Vorbild für den Kampf des drittältesten Formel-1-Teams auf dem Weg zurück zum Erfolg, wie Teamchefin Claire Williams gesteht: „Uns alle hat schwer beeindruckt, was Robert erreicht hat, welche Charakterstärke er an den Tag legt.“

Noch beste Reflexe

Mit BMW hätte er schon 2008 um den WM-Titel fahren können, aber die Münchner wollten nicht zusätzlich investieren. Danach hatte ihn Ferrari im Notizbuch, dann passierte der Crash. Respekt vor der Rückkehr in die Formel 1 hat er, aber – nach seiner Lebensgeschichte – sicher keine Angst.

Seine Reflexe und sein Fahrgefühl sind noch so gut, dass Ferrari ihn für 2019 gern als Simulationsfahrer gehabt hätte. Doch von Computerspielen hat er genug, Kubica will raus aus der Theorie, rein in die Praxis. Und das mit vollem Risiko. Daran hat sich nichts geändert: Er kann gar nicht anders.

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