Forsa Umfrage Berliner Politiker: Nußbaum bleibt an der Spitze

Schon erstaunlich. Berliner mögen ihre Politiker offenbar am liebsten, wenn sie unsichtbar sind. Wie sonst lässt sich erklären, dass die Liste der beliebtesten Berliner Politiker von einem Mann angeführt wird, der eher selten öffentlich in Erscheinung tritt. Der parteilose Finanzsenator und Millionär Ulrich Nußbaum hat seinen Vorsprung zum Jahresende 2013 noch einmal ...

BLZ
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Berlin - Schon erstaunlich. Berliner mögen ihre Politiker offenbar am liebsten, wenn sie unsichtbar sind. Wie sonst lässt sich erklären, dass die Liste der beliebtesten Berliner Politiker von einem Mann angeführt wird, der eher selten öffentlich in Erscheinung tritt. Der parteilose Finanzsenator und Millionär Ulrich Nußbaum hat seinen Vorsprung zum Jahresende 2013 noch einmal ausgebaut.

Wenn das so weiter geht, muss er noch seine Weigerung, SPD-Mitglied zu werden, aufgeben – und könnte dann vielleicht der nächste Bürgermeister werden. Vier von fünf Berlinern kennen ihn, er kommt auf einer Skala von minus 5 bis plus 5 auf einen Wert von 1,3 – so wie in normalen Zeiten eigentlich nur Regierungschefs, deren Amtsbonus sie regelmäßig an die Spitze vergleichbarer Listen hebt.

Hinterstes Viertel

Doch die Zeiten sind nicht normal, wie der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) seit anderthalb Jahren, seit der spektakulär ausgefallenen BER-Eröffnung, zu spüren bekommt. Ihn kennt fast jeder, doch sein Wert bleibt mit minus 0,1 dramatisch schlecht. Hinter ihm rangieren nur noch die Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), auch einst fest im Mittelfeld, und die beiden Dauerletzten, die Piraten-Fraktionschefs Alexander Spies und Oliver Höfinghoff.

Die CDU ist unter den ersten fünf Plätzen mit Gesundheitssenator Mario Czaja, Justizsenator Thomas Heilmann und Innensenator Frank Henkel, zugleich Parteichef, gut vertreten. Henkel musste vor allem bei den eigenen Anhängern diesmal deutliche Einbußen hinnehmen, womöglich wegen seiner Zurückhaltung gegenüber dem Camp auf dem Kreuzberger Oranienplatz.

Erst nach über einem Jahr stellte er ein Ultimatum zur Räumung. Für Hardcore-Konservative, die es nicht nur in der CSU in Bayern, sondern auch in Berlin gibt, tritt Frank Henkel zu vorsichtig und liberal auf. Trotz der Einbußen hat er aber immer noch eine vergleichsweise hohe Zustimmungsrate.

Der SPD-Fraktionschef Raed Saleh landet vor Henkel, als einziger ranghoher SPD-Funktionär in den Top Fünf. Hohe Verluste gerade bei den eigenen Leuten erleiden ansonsten nur die beiden Grünen-Fraktionsvorsitzenden Ramona Pop und Antje Kapek. Sie blieben in den vergangenen Monaten blass. (BLZ)

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