Forscher: Therapie-Erfolge Frage der Zeitperspektive

Wer im Voraus plant, lebt gesünder

wsa
2 Min

Lebe jeden Tag so, als wäre er dein letzter." Das empfehlen manche psychologischen Ratgeber. Möglicherweise ist aber genau diese Strategie gesundheitsschädlicher als ein Leben, das zumindest die nahe Zukunft einbezieht. Dies berichten amerikanische Forscher in einer empirischen Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Personality and Individual Differences. Sie empfehlen deshalb unter anderem: In Therapien und Kuren wie Diäten oder Raucherentwöhnungen sollte einbezogen werden, was für ein Zeitperspektiven-Typ jemand ist, damit die Therapie darauf abgestellt werden und effektiver sein kann."Wenn Sie jemand sind, der lieber eine größere Belohnung in der Zukunft bekommt als eine kleine Belohnung sofort, dann sind Sie eher ein Zukunftstyp als ein Gegenwartstyp", erklärt James Daugherty von der Kansas State University. "Dann ist es wahrscheinlicher, dass Sie ins Fitnessstudio gehen und weniger wahrscheinlich, dass Sie rauchen und Alkohol trinken."Daugherty und sein Kollege Gary Brase hatten Studenten im Durchschnittsalter von 19 Jahren befragt, um ihre Zukunftsorientierung und ihr Gesundheitsverhalten zu untersuchen. Studenten, so die Forscher, haben ihr Leben ja vor sich und müssten im Prinzip zukunftsorientiert sein. Die Wissenschaftler wollten dennoch wissen, ob es auch bei ihnen Unterschiede in Bezug auf die Haltung zu Gegenwart und Zukunft gibt und wie sich dies auf das Gesundheitsverhalten auswirkt. Via Fragebögen wollten sie etwa wissen: "Was ist Ihnen lieber: 35 Dollar sofort oder 35 Tage später 45 Dollar?"In einer weiteren Erhebung zeigte sich, dass diejenigen, die sich zukunftsorientiert gezeigt hatten, weniger oder gar nicht rauchten und regelmäßig Sport trieben. Die Forscher sehen in ihren Erkenntnissen ein großes Potenzial für Kuren und Therapien, in denen Menschen einen gesundheitsschädlichen Lebensstil ändern können. (wsa)

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