Egal ob es sich um Gemälde handelt, Skulpturen oder Videoinstallationen, um zeitgenössische Kunst oder die Werke alter Meister: Die Beschäftigung mit Kunstwerken findet an vielen unterschiedlichen Orten statt und bietet vielfältige berufliche Perspektiven -und das nicht nur für Kunsthistoriker.Kunst wird in Museen gezeigt und vermittelt, sie kann in Galerien oder auf Messen erworben werden und ziert so manche Unternehmensetage. Zu den "Klassikern" unter den Berufen in dieser Branche zählen Kuratoren, Museumspädagogen und Galeristen. Die Wege zu diesen Berufen können ganz unterschiedlich sein.Kuratoren entwickeln Ausstellungskonzepte und setzen diese um -sind sie fest an ein Museum gebunden, kümmern sie sich auch um die Bewahrung und Ausstellung der Sammlung. Viele Kuratoren sind freiberuflich unterwegs und entwickeln ihre Konzepte für unterschiedliche Kunden wie zum Beispiel Museen, Galerien oder Kunstbiennalen.Wer Kurator werden möchte, dem bietet seit diesem Herbst das Zentralinstitut für Weiterbildung (ZIW) an der Universität der Künste Berlin den auf drei Monate angelegten Kurs "Kuratieren -Modulare Weiterbildung mit Hochschulzertifikat" an, der sich ausdrücklich auch an Quereinsteiger richtet. In fünf Wochenendseminaren beschäftigen sich die Teilnehmer in einer Mischung aus Theorie und Praxis mit der Arbeit der Ausstellungsmacher -die Inhalte reichen von der ersten Idee über die Konzeption und die entsprechenden Marketingaktivitäten bis zu Finanzierungsfragen. Namhafte Dozenten wie Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen Hamburg, und Susanne Rockweiler, stellvertretende Direktorin des Martin-Gropius-Bau Berlin, leiten die verschiedenen Module, zu denen auch Exkursionen und individuelle Fachberatung durch Experten gehören."Unter den Teilnehmern des ersten Kurses sind neben Künstlern und Galeristen zum Beispiel Mediziner, Journalisten und Bühnenbildner. Sie alle haben einen engen Bezug zur Kunst und möchten nun einen professionellen Zugang zum Kuratieren entwickeln", sagt Barbara Mei Chun Müller von der Agentur Career Culture, die gemeinsam mit Dr. Friederike Hauffe, Kunstagentur Friederike Hauffe, die Weiterbildung für das ZIW entwickelt hat und leitet. "Die Altersspanne reicht von Ende 20 bis Mitte 50. Die Teilnehmer profitieren ungemein von der Erfahrung der Dozenten -unter ihnen Museumsdirektoren, Kuratoren, Juristen und Sponsoring-Fachleute -, tauschen sich aber ebenso untereinander über bisherige Erfahrungen und zukünftige Vorhaben im Kunstbereich aus." Die Nachfrage nach dieser Weiterbildung ist sehr groß und so werden 2011 drei Kurse angeboten.Für Museumspädagogen steht die Kunstvermittlung in Form von Führungen und Workshops in Museen im Vordergrund. In diesem Bereich sind meistens Kunsthistoriker und Kunstpädagogen anzutreffen. "Als Museumspädagoge braucht man viel Begeisterung für das Thema und muss mit unterschiedlichen Typen zurechtkommen. Eine Führung hat ja auch immer einen gewissen Performancecharakter, es gibt schwierige Teilnehmer, die integriert werden müssen, und der Wissensstand der Leute ist nie gleich. Man sollte neben der fachlichen Kompetenz ein Interesse an interdisziplinärem Arbeiten haben und bei aller Spezialisierung auch über einen guten Überblick über alle Bereiche und Epochen der Kunst verfügen", so Chantal Eschenfelder, die als "Leiterin Bildung und Vermittlung" für das Frankfurter Städel Museum und das Liebieghaus ein Team von etwa 60 überwiegend freiberuflichen Museums- pädagogen führt.Wer sich als Galerist einen Namen machen will, braucht vor allem Zeit -und ein Startkapital für die Raummiete, die Ausstattung, das Personal und die Marketingaktivitäten. Erst wenn ein Kunstwerk verkauft wurde, verdienen beide, der Galerist und der Künstler. Branchenüblich ist eine jeweils 50-prozentige Beteiligung. Galeristen vertreten ihre Künstler am Markt. Sie organisieren Ausstellungen, veröffentlichen Kataloge, beteiligen sich an Kunstmessen und pflegen enge Kontakte zu Sammlern und Museen. Die meisten Galerien spezialisieren sich mit der Zeit und entwickeln ein eigenes Profil. Unter den Galeristen gibt es sowohl studierte Kunsthistoriker als auch Quereinsteiger. Zahlreiche Master- und Aufbaustudiengänge vermitteln mittlerweile das ökonomische Handwerkszeug für diese spezielle Branche, meist unter dem Stichwort "Kunsthandel". Häufig gehen der Selbstständigkeit einige Jahre Mitarbeit in einer größeren Galerie voraus.------------------------------KunstfertigDer Deutsche Museumsbund bietet allerlei nützliche Informationen rundum Berufe im Museum, Studiengänge und Adressen:www.museumsbund.deInformationen über Berufefür Kunsthistoriker gibt esim Portal Kunstgeschichte:www.kunstgeschichteportal.deDer Berufsverband für Kunsthistoriker präsentiert sich:www.kunsthistoriker.orgBundesverband deutscher Galerien und Editionen e.V.www.bvdg.deDer Bundesverband Museumspädagogik zur Kommunikations- und Vermittlungsarbeit in Museen:www.museumspaedagogik.orgZentralinstitut für Weiterbildung (ZIW) der Universität der Künste Berlin bietet verschiedene Zertifikatskurse, Masterstudiengänge und Weiterbildungsmaßnahmen an.www.udk-berlin.de(>Weiterbildung)------------------------------
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