Da wäre ja nicht nur die linke Hand, die aus bloß zwei Fingern besteht. Für Autogramme legt Katayama sie auf einem Papier ab, zeichnet eine Silhouette drumherum und schreibt ihren Namen hinein. Aber noch auffälliger sind ihre Beine, oder die Abwesenheit derselben, an deren Stelle zwei Prothesen stehen. Auch diese körperliche Besonderheit begegnet dem Betrachter in ihren Werken. Bei den oft erotischen Fotos wundert man sich erst, begleitet vielleicht von einem kurzen Erschrecken. Doch schnell wird man warm mit dem Anblick, beginnt ihn zu mögen, zu bewundern.
Dekonstruierte Schönheitsideale
Fotografin ohne Beine: Sie ist eine der originellsten Künstlerinnen Japans
Mari Katayama macht ihre Behinderung zum Motiv. Im Jahr der Paralympics könnte sie zum Symbol für Diversität werden – lässt sich aber nicht einbinden.
Felix Lill
6 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
„Bystander“ (2016): Diese Fotoserie von und mit Mari Katayama wurde auf der japanischen Insel Naoshima produziert.
© Mari Katayama