Frank Steffel mit 97 Prozent zum Spitzenkandidaten gekürt: Die CDU inszeniert den Wahlkampf nach amerikanischem Vorbild

Die CDU inszeniert ihren Wahlkampf nach amerikanischer Art: Auf dem Sonderparteitag der Union zur Nominierung ihres Spitzenkandidaten marschierte Frank Steffel gemeinsam mit dem CDU-Landesvorsitzenden Eberhard Diepgen zu klassischer Rock-Musik ein, die CDU-Delegierten hatten Steffel-Plaketten mit weiß-roten Streifen angeheftet, Steffels Ehefrau Katja - im rosa Kostüm - wurde im neuesten Werbefilm und auf dem Parteitag immer wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Bei den Delegierten kam die Inszenierung an: 328 von 340 Delegierten wählten den 35 Jahre alten Politiker in einer geheimen Abstimmung zum Spitzenkandidaten.Die Berliner CDU gab sich nahezu euphorisch: Mit minutenlangen Standing Ovations feierte sie ihren Spitzenkandidaten in der DaimlerChrysler-Zentrale am Salzufer. Steffel und Ehefrau Katja kletterten nach der Bekanntgabe des Ergebnisses auf die Stühle und ließen sich lachend feiern. Nach seiner Nominierung legte Steffel dann ein Acht-Punkte-Programm vor, in dem er Berlin als tolerante und weltoffene Stadt beschrieb, die für Existenzgründer und Unternehmer ein Anziehungspunkt sein müsse. Die Schwerpunkte des CDU-Programms sind Bildung, Wissenschaft, Forschung, Kultur und innere Sicherheit. In seiner Rede griff Steffel die neue rot-grüne Koalition und deren Unterstützung durch die PDS scharf an. Er wolle Berlin nicht "machtbesessenen Intriganten, hilflosen Amateuren oder gewendeten Entertainern überlassen", sagte Steffel unter starkem Beifall der Delegierten. Der CDU-Spitzenkandidat sagte erneut, er sei "ein überzeugter Gegner des Sozialismus und ein überzeugter und glühender Anhänger von Freiheit und sozialer Marktwirtschaft". Ziel der Union ist es, Steffel als "Neuanfang" und "neue Kraft für Berlin" darzustellen. Steffel sagte mit Blick auf die Spendenaffäre und Bankenkrise, dass die CDU und auch die große Koalition Fehler gemacht hätten. Aber mit dem Sonderparteitag habe die Berliner CDU "einen klaren Schnitt" gemacht.Die CDU sprach sich erneut für den 21. Oktober als Termin für die vorgezogenen Neuwahlen aus. Steffel und Diepgen forderten die anderen Parteien auf, "den lächerlichen Streit" um den Wahltermin zu beenden. Die Union werde nicht von dem von der Fraktion beschlossenen Termin abrücken.Die SPD erhöhte am Wochenende den Druck, um eine Neuwahl am 23. September zu erreichen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit verteilte gemeinsam mit vielen Parteifunktionären Postkarten, in denen der 23. September als Wahltermin gefordert wird. Der Senat will in seiner morgigen Sitzung eine Änderung der Landeswahlordnung beschließen, um Neuwahlen im September zu ermöglichen. Diskussionen in den Parteien lösten am Wochenende die Forderungen der PDS aus, nach der Wahl mit der SPD alleine regieren zu wollen. PDS-Fraktionschef Harald Wolf sprach sich für ein rot-rotes Bündnis aus, sollte es nach der Wahl eine rechnerische Mehrheit für SPD und PDS geben. Nach den jüngsten Meinungsumfragen wäre dies möglich. SPD-Parteichef Peter Strieder wollte sich nicht auf ein rot-rotes Bündnis festlegen: "Wir wollen die stärkste politische Kraft in Berlin werden." Es gebe nur eine Wahlaussage: "Keine Koalition mit dieser CDU." Die PDS sei nicht der Wunschpartner der Berliner SPD. Über eine Koalition werde aber erst nach der Wahl entschieden.Zitiert // Ich bin ein überzeugter Gegner des Sozialismus und ein überzeugter und glühender Anhänger von Freiheit und sozialer Marktwirtschaft . Berlin ist der unbeugsame Glaube an die eigene Freiheit . Ich werde aus Liebe zu Berlin bis zur letzten Sekunde kämpfen, damit die Stadt von der Union regiert wird.Frank Steffel, Spitzenkandidat der CDU.Der Neuanfang für die Union wird mit einem Namen verbunden. Der Name ist Frank Steffel.Eberhard Diepgen, CDU-Landesvorsitzender und ehemaliger Regierender Bürgermeister.Nichts Neues in der CDU. Vertuschen und Aussitzen - das war das Motto von Diepgen. Das gilt auch für Steffel . Unsere Wahlaussage ist: Keine Koalition mit dieser CDU.Peter Strieder, SPD-Landesvorsitzender.BERLINER ZEITUNG/GERD ENGELSMANN Auch im Wahlkampf ein Paar: Frank Steffel und seine Ehefrau Katja möchten gern ins Rote Rathaus ...

BLZ
9 Min

Die CDU inszeniert ihren Wahlkampf nach amerikanischer Art: Auf dem Sonderparteitag der Union zur Nominierung ihres Spitzenkandidaten marschierte Frank Steffel gemeinsam mit dem CDU-Landesvorsitzenden Eberhard Diepgen zu klassischer Rock-Musik ein, die CDU-Delegierten hatten Steffel-Plaketten mit weiß-roten Streifen angeheftet, Steffels Ehefrau Katja - im rosa Kostüm - wurde im neuesten Werbefilm und auf dem Parteitag immer wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Bei den Delegierten kam die Inszenierung an: 328 von 340 Delegierten wählten den 35 Jahre alten Politiker in einer geheimen Abstimmung zum Spitzenkandidaten.Die Berliner CDU gab sich nahezu euphorisch: Mit minutenlangen Standing Ovations feierte sie ihren Spitzenkandidaten in der DaimlerChrysler-Zentrale am Salzufer. Steffel und Ehefrau Katja kletterten nach der Bekanntgabe des Ergebnisses auf die Stühle und ließen sich lachend feiern. Nach seiner Nominierung legte Steffel dann ein Acht-Punkte-Programm vor, in dem er Berlin als tolerante und weltoffene Stadt beschrieb, die für Existenzgründer und Unternehmer ein Anziehungspunkt sein müsse. Die Schwerpunkte des CDU-Programms sind Bildung, Wissenschaft, Forschung, Kultur und innere Sicherheit. In seiner Rede griff Steffel die neue rot-grüne Koalition und deren Unterstützung durch die PDS scharf an. Er wolle Berlin nicht "machtbesessenen Intriganten, hilflosen Amateuren oder gewendeten Entertainern überlassen", sagte Steffel unter starkem Beifall der Delegierten. Der CDU-Spitzenkandidat sagte erneut, er sei "ein überzeugter Gegner des Sozialismus und ein überzeugter und glühender Anhänger von Freiheit und sozialer Marktwirtschaft". Ziel der Union ist es, Steffel als "Neuanfang" und "neue Kraft für Berlin" darzustellen. Steffel sagte mit Blick auf die Spendenaffäre und Bankenkrise, dass die CDU und auch die große Koalition Fehler gemacht hätten. Aber mit dem Sonderparteitag habe die Berliner CDU "einen klaren Schnitt" gemacht.Die CDU sprach sich erneut für den 21. Oktober als Termin für die vorgezogenen Neuwahlen aus. Steffel und Diepgen forderten die anderen Parteien auf, "den lächerlichen Streit" um den Wahltermin zu beenden. Die Union werde nicht von dem von der Fraktion beschlossenen Termin abrücken.Die SPD erhöhte am Wochenende den Druck, um eine Neuwahl am 23. September zu erreichen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit verteilte gemeinsam mit vielen Parteifunktionären Postkarten, in denen der 23. September als Wahltermin gefordert wird. Der Senat will in seiner morgigen Sitzung eine Änderung der Landeswahlordnung beschließen, um Neuwahlen im September zu ermöglichen. Diskussionen in den Parteien lösten am Wochenende die Forderungen der PDS aus, nach der Wahl mit der SPD alleine regieren zu wollen. PDS-Fraktionschef Harald Wolf sprach sich für ein rot-rotes Bündnis aus, sollte es nach der Wahl eine rechnerische Mehrheit für SPD und PDS geben. Nach den jüngsten Meinungsumfragen wäre dies möglich. SPD-Parteichef Peter Strieder wollte sich nicht auf ein rot-rotes Bündnis festlegen: "Wir wollen die stärkste politische Kraft in Berlin werden." Es gebe nur eine Wahlaussage: "Keine Koalition mit dieser CDU." Die PDS sei nicht der Wunschpartner der Berliner SPD. Über eine Koalition werde aber erst nach der Wahl entschieden.Zitiert // Ich bin ein überzeugter Gegner des Sozialismus und ein überzeugter und glühender Anhänger von Freiheit und sozialer Marktwirtschaft . Berlin ist der unbeugsame Glaube an die eigene Freiheit . Ich werde aus Liebe zu Berlin bis zur letzten Sekunde kämpfen, damit die Stadt von der Union regiert wird.Frank Steffel, Spitzenkandidat der CDU.Der Neuanfang für die Union wird mit einem Namen verbunden. Der Name ist Frank Steffel.Eberhard Diepgen, CDU-Landesvorsitzender und ehemaliger Regierender Bürgermeister.Nichts Neues in der CDU. Vertuschen und Aussitzen - das war das Motto von Diepgen. Das gilt auch für Steffel . Unsere Wahlaussage ist: Keine Koalition mit dieser CDU.Peter Strieder, SPD-Landesvorsitzender.BERLINER ZEITUNG/GERD ENGELSMANN Auch im Wahlkampf ein Paar: Frank Steffel und seine Ehefrau Katja möchten gern ins Rote Rathaus einziehen.

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