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Statt Deutschland: Frankreichs Barnier wählt anderes Land für ersten Auslandsbesuch

Für das erste bilaterale Treffen im Ausland reisen französische Premierminister meistens nach Deutschland. Michel Barnier entscheidet sich anders. Was ist der Grund?

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Der französische Premierminister Michel Barnier verlässt das Gebäude nach seiner Teilnahme am trilateralen Wirtschaftsforum Frankreich-Italien-Deutschland in Paris.

Der französische Premierminister Michel Barnier verlässt das Gebäude nach seiner Teilnahme am trilateralen Wirtschaftsforum Frankreich-Italien-Deutschland in Paris.

© Stephane de Sakutin/AFP

Der neue französische Premierminister Michel Barnier wird seinen ersten bilateralen Auslandsbesuch in Italien unternehmen. Er werde Anfang nächsten Monats nach Italien reisen, kündigte der französische Premierminister am Freitag beim trilateralen Wirtschaftsforum Frankreich-Italien-Deutschland in Paris an. Der Besuch solle dazu beitragen die französisch-italienische Partnerschaft zu stärken. „Italien ist ein sehr großes Land, das Frankreich oft vernachlässigt hat“, sagte Barnier laut dem Nachrichtenportal Politico.

Barnier war zwar bereits für ein EU-Treffen nach Brüssel gereist, die nun anstehende Reise nach Italien ist jedoch sein erster offizieller Besuch seit seinem Amtsantritt für ein bilaterales Treffen.

Französische Staatspräsidenten und Premierminister reisen in den meisten Fällen zu ihren ersten Auslandsbesuchen nach Deutschland. Damit würdigten sie bislang die Rolle der deutsch-französischen Partnerschaft für die Wahrung des Friedens und die wirtschaftliche Zusammenarbeit in der EU. Die Tatsache, dass der konservative Barnier nun zuerst nach Rom reist, könnte ein Zeichen dafür sein, dass Frankreich in Fragen der Europäischen Union zunehmend auf Italien als Partner setzt – zumal in Deutschland nach dem Bruch der Ampelkoalition Anfang 2025 Neuwahlen anstehen und Kanzler Scholz dann womöglich schon bald nicht mehr im Amt sein wird.

Paris und Berlin uneinig über Mercosur-Abkommen

Ein weiterer Grund könnte dem Bericht zufolge sein, dass Frankreich und Deutschland derzeit uneinig sind über ein geplantes Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten. Frankreich ist derzeit auf der Suche nach Verbündeten für den Widerstand gegen das Handelsabkommen. Das Abkommen wird vorallem von Bauern kritisiert, die dadurch erhebliche Nachteile befürchten. In Paris war es Anfang der Woche zu erneuten Protesten mit Traktoren gegen den geplanten Deal gekommen.

Der italienische Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida hatte letzte Woche Zweifel an der bisherigen Unterstützung Italiens für das EU-Abkommen geäußert, als er sagte, er sei gegen den Deal in seiner derzeitigen Fassung. Bundeskanzler Olaf Scholz indes befürwortet das Abkommen und will es noch vor dem möglichen Ende seiner Kanzlerschaft auf den Weg bringen.

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