Französischer Reifenhersteller

Michelin schließt Werk bei Berlin

Zu wenig Nachfrage aus Europa, zu viele preisgünstige Neureifen aus Asien: In Oranienburg im Norden Berlins schließt Michelin sein Reifenwerk.

Matthias Loke
2 Min
Grüßt nicht mehr lange aus Oranienburg: der Michelin-Mann.

Grüßt nicht mehr lange aus Oranienburg: der Michelin-Mann.

© afp/JOEL SAGET Lizenz

Der französische Reifen-Hersteller Michelin schließt sein Werk in Oranienburg zur Wiederaufarbeitung von Lkw-Reifen. Das Werk der Tochtergesellschaft Pneu Laurent im Norden der Hauptstadt werde seine Produktion bis Ende 2016 „nach und nach einstellen“, teilte der Continental-Rivale am Dienstag mit. Auch die Aktivitäten in Großbritannien und Italien würden restrukturiert. Insgesamt sei das mit Sonderkosten von etwa 280 Millionen Euro verbunden.

Die Laurent Reifen GmbH beschäftigt in Oranienburg 180 Mitarbeiter. Gemeinsam mit den Sozialpartnern will das Unternehmen „jetzt die bestmöglichen, individuell angepassten sozialverträglichen Lösungen“ für die Mitarbeiter finden. Dies habe „oberste Priorität“. Dabei sollen unter anderem eine Qualifizierungsgesellschaft, Unterstützung bei der beruflichen Neuausrichtung und Vorruhestandsregelungen in Betracht gezogen werden. Zudem werde geprüft, wie vielen Mitarbeitern Stellenangebote an anderen Standorten unterbreitet werden können.

Nachfragerückgang in Europa

Als Grund für die Neuausrichtung nannte das Unternehmen den deutlichen Nachfragerückgang auf dem europäischen Markt für Lkw-Reifen. Gleichzeitig seien die Importe von neuen Reifen aus Fernost kräftig gestiegen.

Das Reifenwerk in Oranienburg war im Zuge der Privatisierungen 1990 von der Firma Viborg gekauft worden. Nach der Übernahme von Viborg durch Michelin 2003 kam es ein Jahr später zur Bildung der Laurent Reifen GmbH unter dem Dach von Michelin.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema