Werk der Woche

Trak Wendischs Archäologie des postbiologischen Zeitalters: Friedhöfe der digitalen Welt

Der Berliner Maler und Bildhauer verwandelt Computerschrott zu dystopischen Stadtlandschaften – und malt davon ornamentale Topografien.

5 Min
Die Festplatte als urbanes Phänomen: „Statt XIII“ von Trak Wendisch, 2023, Mischtechnik auf Wabenplatte.

Die Festplatte als urbanes Phänomen: „Statt XIII“ von Trak Wendisch, 2023, Mischtechnik auf Wabenplatte.

© VG BIldkunst Bonn 2023/Galerie Tammen

Das also ist es, was bleibt von verschrotteten Computern, den Innereien von Rechnern, Laptops, Smartphones. Trak Wendisch, Maler und Bildhauer aus Pankow, hat gesammelt, akribisch auseinandergefummelt und zu Kunst gemacht, was auf den Schlachtfeldern des digitalen Zeitalters (mit dem Segen der Info- und Datenverfügbarkeit und zugleich dem Fluch von Hackerangriffen, Cybermobbing, Fake News, Manipulationen, Netzkriminalität) herumliegt. All das, was wenigstens zum Computerfriedhof, ergo zu hiesigen Schrotthändlern kam, und nicht an den Küsten Afrikas als dämonische Abfallberge landete, nachdem die Chips – die „Dei ex machina“, die Gottheiten in den digitalen Apparaturen – ausgebaut wurden.

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