Friedrichshain-Kreuzberg

Polizei kann Gewalt an Kotti und Görli nicht stoppen

Neue Zahlen belegen, dass die zahlreichen Polizeieinsätze kaum helfen.

BLZ
2 Min
Im Gebiet um RAW-Gelände und die Kottbusser Brücke in Friedrichshain gibt es Party rund um die Uhr.

Im Gebiet um RAW-Gelände und die Kottbusser Brücke in Friedrichshain gibt es Party rund um die Uhr.

© REUTERS

Das geht aus neuesten Zahlen der Polizei in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die meisten Taten wurden an allen drei Orten an den Abenden und in den Nächten der Wochenenden verübt.

Oftmals Körperverletzung

Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum Januar bis September 2016. Demnach gab es am Kottbusser Tor 485 registrierte Gewalttaten. Rund um die Warschauer Brücke in Friedrichshain waren es 480 und im Görlitzer Park, wo neben Dealern, Drogenkonsumenten und Partytouristen auch Kleinkriminelle ein Problem sind, 321. In den allermeisten Fällen ging es um Körperverletzung, dann folgten Raubüberfälle und Bedrohungen.

1132 Taschendiebstähle am Kotti

Auch bei den Diebstählen lag die Gegend rund um das Kottbusser Tor vorne: 1132 Diebstähle wurden dort angezeigt. An der Warschauer Brücke waren es in den neun Monaten 975 Diebstähle und im Görlitzer Park 720. Der größte Anteil der Taten waren meist Taschendiebstähle. Es folgten in der Liste einfache andere Diebstähle, außerdem gab es auch Fahrraddiebstähle.

Drogenhandel und Drogenbesitz wurden von der Polizei am häufigsten im Görlitzer Park festgestellt. Dort gab es 826 Fälle, rund um das RAW-Gelände 558 Fälle und am Kottbusser Tor 555 Fälle. Bei etwa zwei Drittel der Fälle ging es jeweils um Cannabis, den Rest machten Amphetamine sowie Kokain und Heroin aus.

Hier schlagen Berliner Taschendiebe am häufigsten zu

Schwerpunkteinsätze wirken nicht nachhaltig

Die Polizei listete auch die Zahl ihrer Schwerpunkteinsätze an den drei Orten auf. Am Kottbusser Tor waren es 325 Einsätze von Januar bis Anfang Oktober (etwa 280 Tage), im Bereich Warschauer Brücke 277 und im Görlitzer Park 245. Besonders im Januar und Februar war die Polizei mit jeweils 40 bis 50 Einsätzen pro Ort sehr aktiv. Im Görlitzer Park nahm die Zahl der Razzien bis zum Sommer und Herbst deutlich ab.

Erst am Mittwoch hatten der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und eine Anwohnerinitiative ein Konzept zur Verbesserung der Situation im Görlitzer Park vorgestellt. Mit Hilfe von Parkwächtern und Sozialarbeitern sollen der Drogenhandel eingedämmt und andere Kleinkriminalität zurückgedrängt werden. (dpa)

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema