Tarifstreit

„Friss oder Streik“: Bahngewerkschaft stellt weitere Warnstreiks in Aussicht

Nachdem die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn vorerst auf Eis liegen, zieht die Gewerkschaft EVG neue Streiks in Betracht. Wann genau, ist noch offen.

Team News dpa
2 Min
Eine Demonstration der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vor dem Berliner Hauptbahnhof.

Eine Demonstration der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vor dem Berliner Hauptbahnhof.

© Annette Riedl/dpa

Reisende müssen sich bald erneut auf weitreichende Einschränkungen im bundesweiten Bahnverkehr einstellen – der genaue Zeitraum ist allerdings noch unklar. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) stellte am Mittwoch in Berlin zeitnahe Warnstreiks im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn in Aussicht. Die Tarifkommission werde über entsprechende Vorschläge in den kommenden Tagen beraten, erklärte EVG-Verhandlungsführer Kristian Loroch.

Damit spitzt sich der Tarifkonflikt für rund 180.000 Beschäftigte bei der Bahn weiter zu. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Deutsche Bahn AG hier eine Strategie fährt, die für uns heißt: Friss oder Streik“, sagte Loroch. Die Gewerkschaft hatte am späten Dienstagabend das jüngste Angebot des Konzerns abgelehnt und zu kurzfristigen Verhandlungen für diesen Mittwoch aufgerufen. Die Bahn lehnte weitere Gespräche daraufhin aber vorerst ab.

Deutsche Bahn: „Verhandlungen im Moment sinnlos“

„Das ist im Moment sinnlos, weil die EVG sich keinen Millimeter bewegt“, kritisierte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler in der Nacht zu Mittwoch. „Die Gewerkschaft zeigt kein Entgegenkommen und macht keine Lösungsvorschläge. Sie beharrt einfach stur auf ihren Ausgangsforderungen“, teilte Seiler mit. „Es macht keinen Sinn, ein weiteres Angebot rauszulegen.“

Mit dieser Ablehnung sei die Streikoption auf dem Tisch, betonte Loroch am Mittwoch. „Wir denken momentan an Warnstreiks.“ Allerdings sei im weiteren Verlauf auch eine Urabstimmung unter den Mitgliedern über unbefristete Streiks eine Option. Die EVG sieht im aktuellen Angebot der Bahn wesentliche Forderungen nicht erfüllt. „Das, was derzeit auf dem Tisch liegt, ist sozial ungerecht“, so Loroch. Es bedeute für die Beschäftigten der Bahn einen Reallohnverlust.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema