Lasse Ludwig stellte sich kurz unter die Dusche und schaufelte sich eine Schale Müsli rein. Es musste ja schnell gehen, das deutsche Torwart-Talent hatte kaum Zeit. Nachdem der 21 Jahre alte Ludwig für die Füchse Berlin im Bundesliga-Spitzenspiel am Sonntagnachmittag gegen den HSV Hamburg zum Matchwinner avanciert war (37:31), stellte er sich keine zwei Stunden später auch noch beim VfL Potsdam in der Zweiten Liga zwischen die Pfosten. Und wie! Mit 17 Paraden sicherte Ludwig dem Team von Trainer Bob Hanning die Tabellenführung gegen VfL Lübeck-Schwartau (28:27).
Zwei Handballspiele innerhalb von viereinhalb Stunden
„Wichtig war für mich, das nicht durcheinander zu würfeln, sondern sich erst auf das eine vorzubereiten und dann auf das andere“, sagte Ludwig betont lässig über seinen völlig verrückten Arbeitstag. Zwei Spiele innerhalb von viereinhalb Stunden, zweimal der entscheidende Faktor: Nicht bloß die Zuschauer in der Berliner Max-Schmeling-Halle rieben sich verwundert die Augen.
„Er hat das erste Spiel mit und das zweite fast im Alleingang gewonnen“, sagte Hanning am Montag und schwärmte von der „extremen mentalen Stärke“ Ludwigs. So etwas wie am Sonntagnachmittag hatte selbst der erfahrene Geschäftsführer der Füchse, der zugleich die Potsdamer als Trainer verantwortet, zuvor selten erlebt.
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