Konflikt um die Ukraine

Führt Kiew schwarze Listen? Ukraine sperrt Bundestagsabgeordneten aus

Endstation Lwiw: Der Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann (Die Linke) durfte nicht in die Ukraine einreisen. Führt Kiew schwarze Listen mit deutschen Staatsbürgern?

BLZ/dpa
2 Min
Darf nicht in die Ukraine einreisen: Der Abgeordnete Sören Pellmann (Die Linke) spricht im Plenum des Deutschen Bundestags.

Darf nicht in die Ukraine einreisen: Der Abgeordnete Sören Pellmann (Die Linke) spricht im Plenum des Deutschen Bundestags.

© Christoph Soeder/dpa

Trotz Milliardenunterstützung durch die deutschen Steuerzahler: Dem Linke-Bundestagsabgeordneten Sören Pellmann wurde am Dienstag ohne jede Begründung die Einreise in die Ukraine verwehrt. Wie die Gruppe der Linken im Bundestag mitteilte, wurde der Leipziger Politiker am Bahnhof Lwiw (ehemals Lemberg) an der Weiterfahrt gehindert. Mehr als zwei Stunden seien Pellmann und zwei Mitarbeiter am Dienstag aufgehalten worden. Dann hätten ukrainische Beamte ihn nach Polen „abgeschoben“ – ohne Gründe zu nennen.

„Anscheinend gibt es eine Liste von Personen des öffentlichen Lebens, die sich kritisch positioniert haben und nicht mehr in die Ukraine einreisen dürfen“, sagte der 47-Jährige, der sich wiederholt gegen Waffenlieferungen an die Ukraine für den Abwehrkampf gegen die russische Invasion ausgesprochen hat.

Auch das Intervenieren der deutschen Botschaft half nicht

Der Welt sagte Pellmann: „Ich habe mich stets gegen Waffenlieferungen ausgesprochen. Das steht mir als Bundestagsabgeordneten zu.“ In Russland sei er nur einmal gewesen: auf einer privaten Reise mit seiner Mutter 2018.

Das Vorgehen der Ukraine gegen einen Abgeordneten sei vollkommen unverständlich, kritisierte Pellmann. Selbst das Intervenieren der deutschen Botschaft habe nicht geholfen: „Ich fordere die vollkommene Aufklärung dieses Vorgangs und eine Erklärung, warum ein demokratisch gewählter Abgeordneter des Deutschen Bundestags auf einer solchen Liste stehen kann.“ Sein Ziel sei es gewesen, mit der Zivilbevölkerung in Kontakt zu kommen sowie mit den Partnerorganisationen der Partnerstadt von Leipzig, Kiew.

Guten Morgen, Berlin Newsletter
Vielen Dank für Ihre Anmeldung.
Sie erhalten eine Bestätigung per E-Mail.
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema