Eltern, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, sollen nach Ansicht des Paritätischen Gesamtverbands künftig automatisch von Kita-Gebühren befreit werden – ganz ohne Antrag. „Kinder aus armutsbetroffenen Familien werden beim Zugang zu frühkindlicher Bildung ausgebremst, weil finanzielle und regulative Hürden den Weg in die Kita versperren“, sagte Hauptgeschäftsführer Joachim Rock laut einer Mitteilung.
Der Verband verweist in einem Bericht auf aktuelle Mikrozensus-Daten. Demnach besuchen Kinder aus armen Haushalten deutlich seltener eine Kita und wenn doch, dann oft nur für kurze Zeiträume. Vor allem finanzielle Belastungen, fehlende Informationen und komplizierte Antragsverfahren würden viele Familien vom regulären Zugang abhalten.
Armutsbetroffene Kinder seltener in Kitas
Der Paritätische fordert daher bessere Informationsmaterialien, eine Vereinfachung der Verfahren und eine gezielte Beratung für sozioökonomisch benachteiligte Familien. Gerade eine automatische Gebührenbefreiung könne entscheidend sein, um allen Kindern den Zugang zu frühkindlicher Bildung zu ermöglichen.
Warnend heißt es, dass derzeit eine „Lose-Lose-Lose-Situation“ bestehe: Kinder verlören wichtige Bildungs- und Entwicklungschancen, Eltern hätten größere Schwierigkeiten, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen – und der Gesellschaft gingen langfristig wertvolle Potenziale verloren. Frühkindliche Förderung sei „ein Schlüssel für Integration und Teilhabe“, betont der Verband.
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