Über fünf Jahre ist Urs Fischer mittlerweile Trainer des 1. FC Union Berlin. Der Schweizer hat dem Verein fast pausenlosen Erfolg beschert, von daher sind die letzten vier Niederlagen in Serie eine besondere Situation. Mit der versuchen sie in Köpenick gerade bestmöglich umzugehen. „Es bringt nichts, auf die Mannschaft draufzuhauen“, sagt Fischer und hat erkannt, dass seine Spieler momentan eher Zuspruch als übertriebene Kritik benötigen.
Die zweite Halbzeit am vergangenen Wochenende gegen die TSG Hoffenheim (0:2) stimmt den Trainer positiv. Da waren die Eisernen griffig, aktiv und mit der notwendigen Ernsthaftigkeit bei der Sache. Der Zwei-Tore-Rückstand, der schon zur Pause Bestand hatte, war da nur leider nicht mehr umzudrehen. Also nimmt die Fischer-Elf am Sonnabend (15.30 Uhr) einen neuen Anlauf für das ersehnte Erfolgserlebnis. Im 600 Kilometer entfernten Heidenheim wartet auf die Köpenicker eine schwierige Aufgabe.
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„Sie sind gut unterwegs, zeigen viel Mentalität, sind laufstark und aggressiv“, lobte Fischer den nächsten Kontrahenten am Donnerstag in der Spieltags-Pressekonferenz. Der Bundesliga-Debütant hat bislang vier Punkte gesammelt, dabei vor allem mit einem unerwarteten 2:2 bei Borussia Dortmund aufhorchen lassen. Insbesondere Zugang Eren Dinkci hat mit bislang vier Saisontoren eine Duftmarke gesetzt.
Noch interessanter als der Blick auf den Gegner ist aber vor allem das, was gerade in den eigenen Reihen passiert. András Schäfer, Rani Khedira und Robin Knoche fallen verletzungsbedingt erneut aus, Kevin Volland fehlt ein letztes Mal rotgesperrt. Alex Král soll im Gegensatz zum Hoffenheim-Spiel wieder zur Verfügung stehen. Die Rückkehr des Tschechen dürfte zur Folge haben, dass der 1. FC Union Berlin zum fünften Mal in dieser Bundesliga-Saison nicht mit derselben Elf wie in der Vorwoche an den Start gehen wird.
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Was fehlt dem Team außer den nicht einsatzfähigen Spielern im Herbst 2023? „Wir sind im Moment nicht effizient genug“, referierte Fischer. Bei den letzten Bundesliga-Spielen in Wolfsburg und gegen Hoffenheim habe seine Mannschaft genug Torabschlüsse gehabt. Die wenigsten, so der 57-Jährige, wären aber gefährlich genug gewesen, um einen Treffer zu erzielen.
Die Abläufe hat er in dieser Woche deshalb aber nicht verändert. Es hätte keine speziellen Gespräche in kleineren Gruppen gegeben, auch keine Aussprache ohne den Trainer. „Ich halte nichts von Aktionismus“, wurde Fischer deutlich. „Die Mannschaft spricht immer miteinander und diskutiert. Das war auch in dieser Woche nicht anders.“ Spannend wird vor allem die Antwort auf die Frage sein, ob Fischer diesmal auch den Spielern eine Chance von Beginn an geben wird, die zuletzt nur wenig oder fast gar nicht zum Zug gekommen sind. Jérome Roussillon fällt in diese Kategorie, auch Kapitän Christopher Trimmel.
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Fernab der Drucksituation dürfen sich alle Fußball-Romantiker definitiv auf das Duell beider Mannschaften freuen. Besser gesagt: auf das Duell der Trainer. Während Fischer in seinem sechsten Jahr An der Alten Försterei an der Seitenlinie steht, hat sein Gegenüber Frank Schmidt kürzlich sein 16-jähriges Dienstjubiläum gefeiert. Eine Marke, die es im deutschen Profifußball vermutlich nie wieder geben wird. „Wir tauschen uns aus, wenn wir uns sehen“, verriet Fischer und fing dann an, seinen Kollegen zu adeln. „Er leistet eine fantastische Arbeit, man sieht anhand der Spielweise der Mannschaft seine Handschrift.“
Bislang sind sich Fischer und Schmidt an der Seitenlinie dreimal begegnet. In der vergangenen Saison siegte Union im DFB-Pokal nach Toren von Tymoteusz Puchacz und Sven Michel mit 2:0. In der Aufstiegssaison gelang es Fischer dagegen nicht, seinen Kontrahenten zu bezwingen. In Berlin sicherte ein Last-minute-Treffer von Schlussmann Rafal Gikiewicz noch ein 1:1, in Heidenheim gab’s eine 1:2-Niederlage.
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