Je länger die Niederlagenserie, desto nerviger ist für den dafür verantwortlichen Trainer der Austausch mit den Reportern. Denn je länger die Niederlagenserie, desto schwerer fallen einem Fußballlehrer für gewöhnlich die Antworten auf die Fragen der Berichterstatter.
Damit rein in die Spieltagspressekonferenz des 1. FC Union Berlin, die am Donnerstagmittag im Presseraum des Klubs über die Bühne ging und zum einen das für Samstagnachmittag terminierte Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund (15.30 Uhr/Sky), zum anderen natürlich die anhaltende Ergebniskrise der Eisernen zum Thema hatte. Sechs Niederlagen in Serie sind es, vier in der Bundesliga, zwei in der Champions League, viele hatten es nach all den rauschhaften Jahren gar nicht mehr für möglich gehalten, dass den Köpenickern unter der Führung von Trainer Urs Fischer so etwas passieren könnte.
Mit einem Lächeln zum Einstieg
Der Schweizer Fußballlehrer, dem dieses Stelldichein mit den lokalen Berichterstattern – wie so vielen anderen Trainern – ohnehin keine allzu große Freude bereitet, sollte also noch einmal Auskunft über die Lage geben, und tat dies. Mit einer unerwarteten Gelassenheit, einem Lächeln zum Einstieg und der Auskunft, dass seine Spieler den Last-minute-Knock-out beim 2:3 im Champions-League-Heimspiel gegen den Sporting Clube de Braga gut verarbeitet hätten. So locker kann sich ein seit mehreren Wochen siegloser Trainer wohl nur geben, wenn er sich seiner Sache sicher ist beziehungsweise sich seines Jobs sicher sein darf.
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Es sei schon möglich, dass so eine negative Erfahrung schon mal länger nachwirke, „fragt sich nur wie lange? Es darf nicht zu lange sein, weil die nächste Aufgabe ansteht“, sagte der 57-Jährige. Und: „Natürlich hast du nicht das gleiche Selbstbewusstsein, wahrscheinlich auch nicht die gleiche Überzeugung. Aber auch das ist ein Prozess. Das sind Erfahrungen, die man machen muss.“
Immer schön kompakt bleiben
Vom kommenden Gegner habe er sich am Mittwochabend noch einmal einen Eindruck verschafft, als Fernsehzuschauer. Die Dortmunder, die in ihrem zweiten Gruppenspiel in der europäischen Königsklasse am Mittwochabend 0:0 gegen den AC Mailand spielten, würden immer wieder versuchen, „den Gegner zu locken, auf die letzte Kette zu spielen“, analysierte Fischer. Kurzum: „Da kommt einiges auf uns zu.“ Weshalb man versuchen müsse, 90 Minuten kompakt zu bleiben.
Dabei muss Fischer allerdings erneut auf die Mitarbeit von Robin Knoche und Rani Khedira verzichten. Beide gelten nicht von ungefähr zu den Erfolgsgaranten bei Union, beide laborieren allerdings noch an muskulären Verletzungen. „Bei Knoche und Khedira geht es in die richtige Richtung. Aber die Aufgabe Dortmund kommt leider ein bisschen zu früh“, sagt Fischer. In der anstehenden Länderspielpause sollen der Abwehrchef und der Mittelfeldspieler aber wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.
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