Fußball

Oh là là: Herthas Tousart wechselt zum 1. FC Union Berlin

Herthas französischer Mittelfeldspieler Lucas Tousart verstärkt künftig den Stadtrivalen in Köpenick. Doch wo setzt ihn Trainer Urs Fischer ein?

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Rot-weiß, statt blau-weiß: Herthas Mittelfeldspieler Lucas Tousart läuft kommende Saison für den 1. FC Union auf. 

Rot-weiß, statt blau-weiß: Herthas Mittelfeldspieler Lucas Tousart läuft kommende Saison für den 1. FC Union auf. 

© Sven Hoppe/dpa

Régis, der der Charlottenburger Brasserie Lamazère seinen Nachnamen gegeben hat, wird sich freuen, wenn er hört, dass Lucas Tousart in Berlin bleibt. Nicht bei Hertha BSC in der Zweiten Liga, non, non, non. Aber beim Champions-League-Klub 1. FC Union Berlin in der Bundesliga. Régis behält also seinen Stammgast. Der französische Mittelfeldspieler reiste nicht mit Hertha BSC ins Trainingslager nach Zell am See, sondern blieb, wie die anderen Verkaufskandidaten zum Trainieren am Schenckendorffplatz in Berlin.

Nun hat Manager Oliver Ruhnert den Mann mit Kämpferherz und Führungsqualitäten nach Köpenick gelotst. „Lucas ist ein gestandener Spieler mit viel Erfahrung, sowohl national als auch international. Ein Spieler seiner Qualität ist für jede Mannschaft ein Gewinn“, sagte Ruhnert. „Er wird perfekt zu uns passen und wir freuen uns, dass er sich für Union entschieden hat.“

Der Mann aus Arras schrieb auf Twitter an die Hertha-Fans: „Heute endet mein Abenteuer bei Hertha. Die drei Saisons mit euch waren reich an Emotionen, mit viel Freude, aber natürlich auch viel Trauer nach unserem Abstieg in die zweite Liga.“ Für den 26-Jährigen geht es nun zu einem Champions-League-Club. Er weiß, dass er durch diesen Wettbewerb auch wieder mehr in den Fokus von Nationaltrainer Didier Deschamps rücken kann, zuletzt spielte er in Frankreichs Olympia-Team bei den Sommerspielen 2021 in Tokio. „Lucas hat sich immer für das Trikot mit der Fahne auf der Brust aufgeopfert und immer alles für den Verein, unsere Mannschaft und die Fans gegeben. Auch deshalb haben wir jetzt seinem Wechselwunsch zugestimmt und möchten ihm alles Gute wünschen“, sagte Herthas Sportdirektor Benjamin Weber.

2020 hat Hertha für Tousart 25 Millionen Euro bezahlt

2020 hatte Hertha für Tousart 25 Millionen Euro Ablöse an Olympique Lyon überwiesen. Der Zweitligist muss allerdings wohl einen riesigen Preisverlust schlucken. Hatte man sich in Westend noch mindestens sechs Millionen Euro Ablöse vom SCC Neapel erhofft, soll nun aus Köpenick ein Sockelbetrag von kolportierten drei Millionen zu Hertha fließen. Dazu könnten Boni und Sonderzahlungen kommen. 

Wobei die Frage ist, auf welcher Position Urs Fischer den 26 Jahre alten Franzosen eigentlich genau einsetzen will. Denn in Rani Khedira und Zugang Alex Král gibt es bereits zwei gestandene Profis, die als Sechser konkurrieren. Da ist es gut, dass Tousart, den die Hertha-Fans dafür liebten, dass er trotz Abwärtsspirale und Ego-Trips Einzelner Kollegen niemals aufgab, auch auf der Achterposition glänzen kann.

Tousarts Wechsel nach 96 Bundesligaspielen und neun Toren ausgerechnet zum Stadtrivalen ist nun ein weiterer Tiefschlag für viele Hertha-Fans, die gerade erst den Weggang des ebenfalls extrem beliebten Stürmers Jessic Ngankam verkraften mussten. Allerdings spart der finanziell schwer angeschlagene Zweitligist bei Tousarts Wechsel immerhin das Gehalt eines Großverdieners.

Tousart sagte dieser Zeitung vor einiger Zeit: „Wir als Fußballer haben das Glück, sehr viel zu verdienen. Aber Geld macht nicht zwingend glücklich. Sicher, es trägt dazu bei, bestimmte Dinge tun zu können. Zu reisen, sich etwas zu kaufen. Doch das Wichtigste im Leben ist, glücklich zu sein, mit den Menschen zusammen zu sein, die man mag, gute Momente mit ihnen zu haben und Gesundheit.“ Könnte sein, dass er nicht darauf verzichten muss, gute Momente beim Genuss der exquisiten Cuisine von Régis zu haben.

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