Fußballweltmeisterschaft

Fifa muss Referee ersetzen: Afrikas bester WM-Schiedsrichter darf nicht in die USA einreisen

Omar Artan sollte bei der Fußball-Weltmeisterschaft Spiele leiten. Doch die US-Behörden verweigerten dem somalischen Schiedsrichter die Einreise und schlossen ihn damit vom Turnier aus.

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Omar Artan wurde von Afrikas Fußballverband CAF zum Schiedsrichter des Jahres 2025 gewählt.

Omar Artan wurde von Afrikas Fußballverband CAF zum Schiedsrichter des Jahres 2025 gewählt.

© Thor Wegner/imago

Der als Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 ausgezeichnete Omar Artan wird bei der Fußball-Weltmeisterschaft nicht zum Einsatz kommen. Die US-Behörden verweigerten dem somalischen Top-Referee die Einreise in die Vereinigten Staaten, obwohl er von der Fifa offiziell für das Turnier nominiert worden war.

Wie die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP mitteilte, war ein somalischer Staatsbürger am Samstag über den Flughafen Miami aus Istanbul eingereist und anschließend zurückgewiesen worden. Die Behörde nannte keinen Namen. Da Omar Artan der einzige WM-Schiedsrichter aus Somalia ist, bestätigte die Fifa später, dass er betroffen ist.

US-Behörden sprechen von Sicherheitsbedenken

Nach Angaben der Grenzschutzbehörde wurde Artan nach seiner Ankunft einer zusätzlichen Überprüfung unterzogen. Solche Kontrollen seien ein regulärer Bestandteil des Einreiseverfahrens, wenn Beamte weitere Informationen überprüfen müssten. Anschließend sei entschieden worden, dass der Reisende „aufgrund von Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung“ nicht einreiseberechtigt sei. Weitere Details nannten die Behörden nicht.

Die Grenzschutzbehörde betonte, dass alle Reisenden, einschließlich Sportlern, Trainern und Offiziellen, den gleichen Einreisekontrollen unterlägen. Entscheidungen würden jeweils auf Grundlage von Informationen aus Strafverfolgungs-, Sicherheits- und Einwanderungsdatenbanken getroffen.

Fifa bestätigt Ausschluss vom Turnier

Die Fifa erklärte, Artan werde weder an den Vorbereitungslehrgängen teilnehmen noch Spiele bei der Weltmeisterschaft leiten können. Zugleich machte der Weltverband deutlich, dass er keinen Einfluss auf Einwanderungsentscheidungen habe. Wie bei früheren Turnieren liege die endgültige Entscheidung über Visa und Einreisegenehmigungen beim Gastgeberland. Die Behörden hätten der Fifa mitgeteilt, dass Artans Status „derzeit nicht geändert werde“, erklärte der Verband.

Schiedsrichter äußert sich erstmals

In einer von der Fifa veröffentlichten Stellungnahme zeigte sich Artan trotz des Rückschlags gefasst. „Trotz der Umstände bin ich positiv gestimmt und konzentriere mich auf die nächsten Herausforderungen in meiner Schiedsrichterkarriere“, erklärte er. Er danke der Fifa und dem afrikanischen Fußballverband CAF für ihre Unterstützung. Zugleich wünsche er seinen Kollegen viel Erfolg bei der Weltmeisterschaft und hoffe, künftig wieder bei internationalen Turnieren dabei zu sein.

Neuer Streit um US-Einreisepolitik

Der Fall dürfte neue Diskussionen über die Einreisepolitik der Vereinigten Staaten auslösen. Die USA richten die Weltmeisterschaft gemeinsam mit Kanada und Mexiko aus und erwarten Millionen Besucher. Bislang haben die US-Behörden keine konkreten Gründe genannt, weshalb Artan als nicht einreiseberechtigt eingestuft wurde. Ob die Entscheidung mit seiner Staatsangehörigkeit, Sicherheitsbedenken oder anderen Faktoren zusammenhängt, bleibt daher offen.

Für die Fifa bedeutet der Fall einen ungewöhnlichen Vorgang: Ein bereits nominierter WM-Schiedsrichter fällt nicht wegen einer Verletzung oder sportlicher Gründe aus, sondern aufgrund einer Entscheidung der Einwanderungsbehörden.

WM im Schatten der Weltpolitik

Der Fall sorgt auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil bereits vor Beginn der Weltmeisterschaft Unsicherheit über die Einreise mehrerer Delegationen bestanden hatte. Besonders betroffen war die iranische Nationalmannschaft. Wegen der Spannungen zwischen Washington und Teheran erhielt das Team seine Visa erst kurz vor dem Turnier. Die Mannschaft verlegte ihr Basislager zudem vom ursprünglich geplanten Standort in Arizona ins mexikanische Tijuana, um die Aufenthaltsdauer in den USA möglichst kurz zu halten. Darüber berichteten Reuters, AFP und iranische Verbandsvertreter übereinstimmend.

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