Im Sommer sollte er in dem Kleinstunternehmen bei Schreiber eine Ausbildung beginnen. Doch nachdem das Land Bayern zu Jahresbeginn die Regeln bezüglich des Arbeitsmarktes für Flüchtlinge deutlich verschärft hatte, rückt dieses Ziel in die Ferne. Denn zum 16. April wird dem Nigerianer die Arbeitserlaubnis entzogen. Seine Ausbildung darf er dann nicht beginnen.
Über hunderttausend Likes
Schreiber und K. wollten diesen Entschluss aber nicht hinnehmen. „Christopher hat sich so gefreut, dass er nach 2 Jahren Untätigkeit im Asylbewerberheim endlich wieder arbeiten durfte, dass er für seine Frau und seine 2 Kinder sorgen, Geld verdienen und eine Ausbildung anfangen kann“, schreibt der Gärtner in einem Facebook-Post.
Besagter Post, in dem Schreiber für seinen Mitarbeiter plädiert, erreichte innerhalb eines Tages tausende Menschen und wurde bis Mittwochvormittag über 111.000 Mal geklickt und mehr als 40.500 Mal geteilt. Kürzlich erschien die Geschichte um Schreiber und Christopher K. auch bei der Tagesschau.
„Soviel Unterstützung hatte ich nicht erwartet. Ich bin richtig baff“, sagte er dem Focus. Schreiber verweist außerdem auf eine Petition für eine Arbeitserlaubnis für Flüchtlinge aller Herkunftsländer bis zum Abschluss ihres Asylverfahrens. Die Petition kann noch bis zum 4. April unterschrieben werden und hat bisher knapp 55.000 Unterstützer.
Ein letzter Hoffnungsschimmer
Ein Besuch im Landsratsamt Freising brachte allerdings nicht den erhofften Erfolg. Eine Arbeitserlaubnis werde nicht mehr erteilt. Gegen die Absage wollen Schreiber und K. klagen. Die Entscheidung kann Schreiber nicht nachvollziehen. „Ich dachte, dass man dafür belohnt wird, bei der Integration von Flüchtlingen mitzuhelfen.“ Stattdessen werde K. wieder in Untätigkeit zurückgeschickt und ihm jede Perspektive genommen.
Und: „Durch die Einstiegsqualifizierungsmaßnahmen seit Oktober bis April wurden fast 2500 Euro in K. investiert, die einfach verpuffen. Außerdem kommen noch die Deutschkurse vom Berufsförderzentrum dazu, die ihm von seinen Zuteilungen abgezogen wurden. Und mit einer Ausbildung würde er den Staat deutlich weniger kosten“, so Schreiber gegenüber dem Focus.
Unterdessen wartet K. noch auf eine Nachricht über sein Aufenthaltsrecht vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Wird der Antrag anerkannt, könnte es neue Hoffnung für seine Arbeitserlaubnis geben. (lsc)
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