Die Warenhauskette Galeria zieht vier ihrer prominentesten Berliner Filialen in eine unternehmensweite Überprüfung ein. Die Standorte am Alexanderplatz, Hermannplatz, Kurfürstendamm sowie in der Altstadt in Spandau stehen vor einer ungewissen Zukunft. Ob die Traditionskaufhäuser erhalten bleiben, hängt von den laufenden Verhandlungen mit den Vermietern über Miethöhen und Flächen ab.
Insgesamt hat Galeria bundesweit 33 der 83 Filialen als prüfbedürftig eingestuft. Kriterien seien nach Unternehmensangaben unter anderem die Mietbelastung und die Ertragskraft der einzelnen Häuser. Sollten mit den Eigentümern keine tragfähigen Lösungen zu Miethöhe und Flächenzuschnitt erzielt werden, sei die Fortführung der Filialen gefährdet, teilte das Unternehmen mit. Bei einigen Häusern liefen die Gespräche bereits, bei anderen sollten sie nun aufgenommen werden.
Berliner Standorte auf der Liste:
- Alexanderplatz (Mitte)
- Hermannplatz (Kreuzberg)
- Kurfürstendamm (Charlottenburg)
- Altstadt Spandau
„Wir werden jeden Standort einzeln und ergebnisoffen betrachten“, sagte Geschäftsführer Tilo Hellenbock.
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Verhandlungen mit Vermietern: Wie geht es an den Standorten weiter?
Wann eine Entscheidung falle, ließ eine Unternehmenssprecherin offen. Auch an den übrigen rund 50 Standorten sollen laut Galeria Gespräche mit den Vermietern geführt werden, da alle Häuser Optimierungspotenzial hätten.
Parallel prüfe das Unternehmen Umzüge in besser geeignete Immobilien sowie Neueröffnungen.
Millionenkredit von US-Investor soll Sanierung sichern
Erst kürzlich hatte Galeria eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro erhalten. Die Mittel stellt die US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereit; die Kreditlinie ist an einen Sanierungsplan geknüpft, der weitere Schließungen vorsieht. Das Geld dient nach Unternehmensangaben unter anderem dazu, einen Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abzulösen und offene Mietzahlungen zu begleichen.
Der Konzern mit rund 12.000 Beschäftigten hatte Anfang 2024 zum dritten Mal binnen vier Jahren Insolvenz angemeldet. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seither gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.
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