Warenhauskette

Galeria in der Krise: Vermieter klagen über ausbleibende Mietzahlungen

Mehrere Vermieter von Galeria-Filialen warten auf ihre Aprilmiete. Handelsexperten halten eine vierte Insolvenz der Warenhauskette für möglich.

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Das Kaufhaus Galeria Kaufhof am Alexanderplatz

Das Kaufhaus Galeria Kaufhof am Alexanderplatz

© dpa/Sebastian Gollnow

Die Warenhauskette Galeria ist nach Berichten über ausbleibende Mietzahlungen ins Zentrum von Spekulationen über eine erneute Krise geraten. Erst im Sommer 2024 hatte das Unternehmen das dritte Insolvenzverfahren binnen vier Jahren abgeschlossen und unter neuen Eigentümern einen Neustart angekündigt. Nun mehren sich Hinweise auf Liquiditätsprobleme, während das Unternehmen Anfragen zu Vertragsdetails nicht kommentiert.

Laut einem Bericht der Immobilien Zeitung haben mehrere Vermieter Mietausfälle für April gemeldet. Betroffen ist unter anderem die Filiale am Berliner Alexanderplatz. Die Aprilmiete sei bislang nicht eingegangen, sagte ein Sprecher der Eigentümerin Commerz Real der dpa. „Wir beobachten das mit Sorge. Bisherige Kontaktversuche sind ins Leere gelaufen“, so der Sprecher. Ein weiteres Unternehmen bestätigte, dass die Miete nicht pünktlich und vollständig eingegangen sei. In einigen Fällen soll Galeria laut Berichten um eine Stundung gebeten haben.

Handelsexperten sehen strukturelle Probleme

Johannes Berentzen von der Handelsberatung BBE verwies zwar auf positive Entwicklungen seit der letzten Insolvenz, etwa gesunkene Mieten und Partnerschaften mit Lidl und Decathlon. „Doch ohne ausreichend Investitionskapital lässt sich ein Kaufhaus nicht transformieren – das rächt sich jetzt“, sagte er.

Eine vierte Insolvenz bleibe „eine reale Gefahr“. Auch Jörg Funder von der Hochschule Worms sagte, am Konzept habe sich kaum etwas verändert: „Schlechtes Management trifft hier auf ein schwieriges Konsumklima.“ Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rät weiter von Krediten für Galeria ab, wie ein Sprecher mitteilte. Der Bonitätsindex liegt bei 500 von maximal 600 Punkten.

Bereits acht Filialen mit ungewisser Zukunft

Im März 2026 hatte das Unternehmen mitgeteilt, die Mietverträge von acht Standorten neu verhandeln zu wollen – darunter Filialen in München, Berlin, Köln, Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg. Schließungen seien nicht ausgeschlossen.

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte die Unternehmensführung. „Seit mehr als zehn Jahren kämpfen die Beschäftigten nunmehr um ihre Arbeitsplätze und faire Löhne bei Galeria“, sagte Vorstandsmitglied Silke Zimmer. Gemeinsam mit den Beschäftigten müsse ein tragfähiges Zukunftskonzept erarbeitet werden. (mit dpa)

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