Was habe ich am Anfang geflucht. Kaum hatte ich 10 Zentimeter genäht, musste ich neu einfädeln, weil mir das Garn gerissen ist. Heute, sieben Jahre später, kenne ich die zwei Hauptursachen von damals. Ich hatte eine billige Maschine. Und ich nutzte Billig-Garn. Letzteres Thema beschäftigt mich bis heute. Zumindest immer dann, wenn ich von Freunden einen Hinweis bekomme, dass Discounter XY kommende Woche wieder Nähzubehör im Angebot hat. „Wie günstig!“
Nein, nicht günstig, sondern billig. Alles was einen Namen hat, ist den Discountern vorzuziehen. Denn Billig-Garne machen nichts als Ärger. Oder möchtest du mehr Zeit mit Einfädeln als mit Nähen verbringen?
Gütermann ist eine der führenden Marken, auch Madeira ist top. Ich benutze beide sehr gern, auch wenn Madeira ein bisschen die Nase vorn hat, weil es etwas günstiger ist. Meist sind die normalen Näh-Garne auf Spulen zwischen 100 und 1000 Metern gewickelt. Die kleinen Rollen kaufe ich allerdings nur in ganz speziellen Farben, die ich nur für ein bestimmtes Projekt brauche. Ich versuche mein Garn farblich immer der Grundfarbe des Stoffes anzupassen, damit man die Nähte nicht sieht.
Bei Overlock-Garn ist TGE wirklich gut. Diese Garne sind extra-fein. Denn Overlocknähte sollen ja so wenig wie möglich auftragen. Außerdem sind TGE-Garne sehr reißfest.
Aber auch ein Markengarn kann schlecht sein - oder besser: schlecht werden. Wenn Garne lange liegen, werden sie porös und trocknen aus. Bei Naturfaden ist das sogar noch schneller der Fall. Baumwolle, Seide und Leinen eigenen sich als Garn nicht besonders, diese verrotten schneller als ein Polyester Garn.
Was heißt das also? Wer von seinem Opa, der mal Schneider war, noch 100 Rollen Nähgarn vererbt bekommt, sollte Skepsis vor Freude stellen. Ja, vielleicht sehen die Farben toll aus. Vielleicht sind die Rollen auch noch original verpackt. Neues Garn also? Nein, es ist eben 50 Jahre altes Garn.
Mache eine Reißprobe. Vielleicht ist auch ein Garn dabei, das sehr lange hält und eine lange Lagerzeit aushält. Wenn du ein Garn bei einer Reißprobe ohne große Anstrengung kaputt bekommst, ist es reif für die Tonne.
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