Gas in Berlin

Milder Winter verdirbt Gasag das Geschäft

Weil die Berliner im vergangenen Winter deutlich weniger Gas verbrauchten, ging der Gewinn der Gasag kräftig zurück. Auch verliert sie Gas-Kunden an die Konkurrenz. Immerhin gewinnt die Gasag dafür Kunden im Stromgeschäft, wo sie seit kurzem mitmischt.

Sebastian Wolff
3 Min
Die Gasag will die Energiewende mitgestalten.

Die Gasag will die Energiewende mitgestalten.

© Gasag/Frank Peters Lizenz

Die Berliner Verbraucher konnten sich dank des vergangenen milden Winters über geringere Heizkosten freuen. Für die Gasag aber war die milde Witterung ein Problem: Denn der geringere Gasverbrauch der Kunden drückte den Umsatz und belastete den Gewinn erheblich. So ging der Umsatz im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2013 um mehr als 200 Millionen auf knapp 1,1 Milliarden Euro zurück. Der Gewinn halbierte sich sogar von 61,4 auf 32,3 Millionen Euro.

Die neue Gasag-Chefin Vera Gäde-Butzlaff bemühte sich bei der Vorstellung der Bilanz am Donnerstag in Berlin demonstrativ um Gelassenheit: „Die witterungsbedingte Schwankung liegt voll im Branchentrend“. Will heißen: Betroffen ist die gesamte Branche, nicht die Gasag im Speziellen. Dabei ist es kein Geheimnis, dass die Gasag Kunden an Konkurrenten verliert, die Gas zu günstigeren Preisen anbieten können. Wie hoch der Kundenschwund genau ist, wollte Gäde-Butzlaff aus Gründen des Wettbewerbs nicht verraten. Er sei aber keinesfalls besorgniserregend, sondern halte sich im Rahmen.

Auf der anderen Seite gewinnt die Gasag beim Strom Kunden hinzu. Auf dem Strommarkt mischt der Konzern erst seit gut einem Jahr mit und hat in Berlin bereits 30.000 Kunden gewonnen. Der Gasag-Strom stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien, wie die Gasag-Chefin stolz betonte. Dennoch sei der Preis günstiger als der Grundversorgertarif des Berliner Netzbetreibers Vattenfall.

Nicht kommentieren wollte Gäde-Butzlaff die Pläne des Landes Berlin, die Gasag mehrheitlich oder sogar vollständig zu übernehmen. Bislang gehört sie den drei Energiekonzernen Eon, Vattenfall und Gas de France. „Wir warten einmal ab, was passiert“, sagte die Gasag-Chefin. Egal wie künftig die Eigentümerstruktur sei, die Gasag wolle auf jeden Fall mit dem Land kooperieren und weiterhin das Gasnetz betreiben. Sie erinnerte daran, dass die Gasag ein fast 170 Jahre altes Berliner Traditionsunternehmen sei. „Schon aus diesem Grund bekennen wir uns zu der Stadt.“

Die Gasag hatte im vergangenen Jahr die Konzession für das Gasnetz an das landeseigene Unternehmen Berlin Energie verloren. Die Vergabe des Netzes an Berlin Energie hatte das Landgericht im Dezember nach einer Klage der Gasag aber für nicht rechtens erklärt.

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