Handel

Gas und Co.: Trump schlägt EU Kauf von US-Energie für Zollerleichterungen vor

„Wir können 350 Milliarden Dollar in einer Woche abbauen“, so Donald Trump über das Handelsdefizit mit der EU und fordert eine Verpflichtung zum Kauf von US-Energie.

3 Min
US-Präsident Donald Trump hat mit hohen Zöllen international für Aufruhr gesorgt.

US-Präsident Donald Trump hat mit hohen Zöllen international für Aufruhr gesorgt.

© AP

Nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump muss die EU amerikanische Energie im Wert von 350 Milliarden Dollar kaufen, um Zollerleichterungen zu erhalten. Das sagte er am späten Montagabend vor Journalisten. „Wir haben ein Defizit von 350 Milliarden Dollar mit der Europäischen Union und das wird schnell verschwinden“, sagte Trump. „Einer der Wege, wie es einfach und schnell verschwinden kann, ist, dass sie unsere Energie von uns kaufen müssen. Sie können sie kaufen, wir können 350 Milliarden Dollar in einer Woche abbauen. Sie müssen eine ähnliche Menge an Energie kaufen und sich dazu verpflichten, sie zu kaufen.“

Kurz nach Trumps Wahlsieg hatte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen laut einem Bericht des Nachrichtenportals Politico bereits angeboten, die EU könne mehr Flüssiggas von den USA kaufen, um einen Handelskonflikt abzuwenden. In der ersten Hälfte des Jahres 2024 lieferten die USA bereits rund 48 Prozent der LNG-Einfuhren der EU.

Zollstreit mit USA: EU hofft auf Verhandlungslösung

Den jüngsten Vorschlag der EU-Kommissionspräsidentin, die gegenseitigen Zölle auf Industriegüter abzuschaffen, lehnte Trump derweil ab. Das sei nicht genug, gab er am Montag weiter an. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hatte vor dem Hintergrund der in der vergangenen Woche von Trump angekündigten Zölle gesagt, sie habe dem US-Präsidenten „Null-für-Null-Zölle für Industriegüter angeboten“ und angefügt, die EU sei „immer zu einem guten Geschäft bereit“.

Die EU hofft im Handelsstreit mit US-Präsident Donald Trump auf eine Verhandlungslösung. Die Kommission und die Mitgliedsländer bereiten aber auch eine Reihe von Gegenmaßnahmen vor, um auf die US-Zölle zu reagieren. Ab Mitte April sollen etwa nach und nach Gegenzölle in Kraft treten.

Trump bekräftigte zudem seine Kritik an der aus seiner Sicht unfairen Handelsbeziehung zwischen den USA und den EU-Staaten. „Die Europäische Union hat uns sehr, sehr schlecht behandelt“, sagte Trump vor Reportern und behauptete weiter: „Sie kaufen unsere Autos nicht (...), sie kaufen unsere Agrarprodukte nicht. Sie kaufen praktisch nichts von uns.“

Trump deutete auch an, dass die EU ihre Standards senken sollte, um mehr US-Waren auf ihren Markt zu lassen.  Die EU-Sicherheitsstandards und Vorgaben bezeichnete er als „nicht-monetäre Zölle“.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema