Gasexplosion

Gasexplosion in Görlitz: Stadtwerke schließen erste Arbeiten nach Einsturz von Haus ab – Sperrung bleibt

Gut zwei Wochen nach dem schweren Hauseinsturz in Görlitz sind neun Gebäude wieder an das Gasnetz. Weitere Arbeiten müssen jedoch warten. Warum?

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Görlitz: Die Arbeiten vor Ort dauern an.

Görlitz: Die Arbeiten vor Ort dauern an.

© Stadtwerke Görlitz

Die Stadtwerke Görlitz haben nach dem Hauseinsturz in der James-von-Moltke-Straße die erste Phase der Wiederversorgung mit Gas abgeschlossen. Neun zuvor abgestellte Gebäude im Bereich zwischen Blumen- und Emmerichstraße seien wieder an das Netz angeschlossen, teilte das Unternehmen mit. Drei Bauteams hätten unter hohem Zeitdruck die nötigen Hausanschlüsse an eine Parallelleitung auf der gegenüberliegenden Straßenseite errichtet.

„Wir freuen uns, dass wir Phase 1 unseres Wiederversorgungsplans erfolgreich umgesetzt haben“, erklärte Sacha Caron, Prokurist der Stadtwerke Görlitz AG. Der intensive Einsatz der Bauteams habe es ermöglicht, die betroffenen Bewohner schnellstmöglich wieder mit Gas zu versorgen. Die Anbindung an die Parallelleitung sei ein wichtiger Schritt zur Normalisierung der Lage nach dem Hauseinsturz.

Weitere Phasen von Ermittlungen abhängig

Die zweite Phase – die Anbindung der übrigen abgestellten Gebäude zwischen Emmerich- und Schillerstraße – sowie die Wiederinbetriebnahme der Hauptleitung als dritte Phase könnten derzeit noch nicht beginnen, teilte das Unternehmen mit. Grund seien die laufenden Ermittlungen der Kriminalpolizei und die noch erforderliche Beseitigung von Trümmern an der Unglücksstelle. Man stehe in enger Abstimmung mit der Polizei und den beteiligten Behörden. Die Arbeiten sollten unmittelbar nach der Freigabe der Stelle aufgenommen werden, hieß es weiter.

Das Gas kann nur mit großer Vorsicht wieder angestellt werden.

Das Gas kann nur mit großer Vorsicht wieder angestellt werden.

© Stadtwerke Görlitz

Die Stadtwerke bedankten sich bei allen beteiligten Behörden und Einsatzkräften für die Zusammenarbeit.

Hintergrund des Einsturzes

Am 17. Mai 2026 war in der Görlitzer Innenstadt ein mehrstöckiges Wohnhaus mit Miet- und Ferienwohnungen eingestürzt. Zeugen hatten zuvor von einer Explosion und Gasgeruch berichtet, kurz nach dem Einsturz wurde ein Gasleck festgestellt. Als Ursache gilt nach bisherigem Ermittlungsstand eine mutmaßliche Gasexplosion. Eine endgültige technische Ursache nannten die Ermittler zunächst nicht.

Bei dem Unglück kamen nach Polizeiangaben drei Menschen ums Leben: zwei Frauen im Alter von 25 und 26 Jahren sowie ein 48-jähriger Mann. Am 21. Mai beendete die Polizei die Suchmaßnahmen vorerst, da nicht mehr von weiteren Opfern ausgegangen wurde. Die Rettungsarbeiten waren mit Suchhunden, schwerem Gerät und teilweise per Hand erfolgt. Wegen befürchteter weiterer Gaslecks und eines möglichen Nachsturzes mussten die Einsatzkräfte besonders vorsichtig vorgehen.

54 Menschen betroffen

Zeitweise wurden zehn Häuser evakuiert, insgesamt waren 54 Menschen betroffen. Die Polizei sperrte den Bereich großräumig ab, auch der Verkehr wurde an der Kreuzung James-von-Moltke-Straße/Dr.-Kahlbaum-Allee/Blockhausstraße deutlich eingeschränkt. Für die Anwohner bedeutete das Umwege und teils eine vorübergehende Ausquartierung.

Die Gasversorgung blieb zunächst an mehreren Stellen unterbrochen, weil das Leck und die Ermittlungen die Arbeiten behinderten. Für Betroffene wurden Dusch- und Wärmemöglichkeiten organisiert.

Görlitz ist bekannt für seine historischen Altbauten aus der Gründerzeit. Die Stadt liegt direkt an der polnischen Grenze und bildet zusammen mit dem polnischen Zgorzelec eine Europastadt.

Mehr Informationen bei den Stadtwerken Görlitz.

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