Nach Protesten

Wegen Gaza-Krieg: Microsoft zensiert Mitarbeiter-Mails

Microsoft blockiert Mitarbeitern zufolge E-Mails mit Begriffen wie „Palästina“ oder „Völkermord“. Der Konzern bestätigt technische Einschränkungen – als Reaktion auf politische Inhalte.

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Pro-palästinensische Demonstranten halten Transparente und Schilder hoch, während sie vor der Microsoft Build-Konferenz im Seattle Convention Center protestieren.

Pro-palästinensische Demonstranten halten Transparente und Schilder hoch, während sie vor der Microsoft Build-Konferenz im Seattle Convention Center protestieren.

© Jason Redmond/AFP

Microsoft-Mitarbeiter haben festgestellt, dass E-Mails mit Bezug zum Gaza-Krieg von dem Technologieunternehmen ihren Angaben zufolge zensiert werden. Die Gruppe der Angestellten, die sich „No Azure for Apartheid“ (NOAA) bezeichnet, berichtet, dass Dutzende von Microsoft-Mitarbeitern keine E-Mails mit den Begriffen „Palästina“, „Gaza“ und „Völkermord“ in Betreffzeilen oder Nachrichtentexten versenden konnten. Das berichtet das US-amerikanische Technikportal The Verge.

„Die NOAA ist der Ansicht, dass dies ein Versuch von Microsoft ist, die freie Meinungsäußerung der Mitarbeiter zu unterdrücken, und dass es sich um eine Zensur der Microsoft-Führung handelt, um palästinensische Mitarbeiter und ihre Verbündeten zu diskriminieren“, wird NOAA-Organisator Hossam Nasr zitiert. Den Angaben zufolge würden aber nicht alle Wörter im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg zu einer Blockierung der E-Mails führen. Wörter wie „Israel“ oder das etwas umgewandelte „P4lestine“ seien demnach nicht zensiert worden.

Microsoft geht gegen politisch motivierte E-Mails vor

Dem Bericht zufolge habe Microsoft gegenüber The Verge mittlerweile bestätigt, dass es Änderungen im E-Mail-Verkehr eingeführt habe, um politisch motivierte E-Mails innerhalb des Unternehmens zu reduzieren.

„Es ist nicht angebracht, eine große Anzahl von Mitarbeitern zu Themen zu kontaktieren, die nichts mit der Arbeit zu tun haben. Wir haben ein etabliertes Forum für Mitarbeiter, die sich für politische Themen entschieden haben“, erklärte Microsoft-Sprecher Frank Shaw gegenüber The Verge. „In den letzten Tagen wurden unternehmensweit mehrere politisch motivierte E-Mails an Zehntausende Mitarbeiter verschickt, und wir haben Maßnahmen ergriffen, um diese E-Mails auf diejenigen zu reduzieren, die sich nicht dafür entschieden haben.“

Microsoft: Mitarbeiter protestieren wegen Gaza-Krieg

Das Blockieren der mutmaßlich politischen Mails erfolgte in einer Woche, in der einige Mitarbeiter gegen das Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen protestierten. So wurde die Entwicklerkonferenz Build von Microsoft mehrmals in Folge von einem Demonstranten unterbrochen. Er soll eine Eröffnungsveranstaltung mit einem Zwischenruf gestört und anschließend Tausende E-Mails an die Belegschaft verschickt haben, in denen Israel Kriegsverbrechen vorgeworfen wurden. Er sei darauf entlassen worden.  

Außerdem habe ein palästinensischer Techniker die Präsentation des Leiters von CoreAI bei Microsoft mit politischen Kommentaren unterbrochen. Zwei ehemalige Mitarbeiter hätten zudem während einer Sitzung mit Äußerungen zum Gaza-Krieg für Aufsehen gesorgt.

Die Proteste dieser Woche ereigneten sich nur wenige Tage, nachdem Microsoft seine Cloud- und KI-Verträge mit Israel bestätigt hatte. Das Unternehmen erklärte jedoch, interne und externe Prüfungen hätten „keine Beweise“ dafür geliefert, dass seine Technologien gezielt zur Schädigung von Menschen in Gaza eingesetzt worden seien.

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