Die US-Einwanderungsbehörde hat einen palästinensischen Aktivisten festgenommen, der an den antiisraelischen Protesten an der Columbia University teilgenommen hatte. Nun soll er abgeschoben werden. Dies berichtete die Associated Press am Montagmorgen. Der festgenommene Mann, Mahmoud Chalil, besitzt eine Green Card. Seiner Anwältin zufolge haben die Behörden jedoch erklärt, dass sie diese widerrufen würden.
Chalil, ein palästinensischer Flüchtling, der in Syrien aufgewachsen ist, fungierte während der Proteste als Verhandlungsführer im Namen der Studenten. Als solcher trat er häufig vor der Kamera und wurde oft von Medien zitiert, was ihn zu einem der bekanntesten Gesichter der Proteste machte. Seine Anwältin Amy Greer teilte der US-Nachrichtenagentur mit, dass er am Samstag in seinem universitätseigenen Haus von Beamten der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) festgenommen wurde.
Dem Bericht zufolge ist dies der erste Versuch, einen Teilnehmer an den Universitätsprotesten gegen den Gazakrieg abzuschieben. Vergangenen Monat jedoch wurde Liu Lijun, einer chinesischen Studentin an der University of California, Los Angeles (UCLA), Berichten zufolge ihr Studentenvisum entzogen, nachdem sie auf dem Campus Pro-Palästina-Kundgebungen organisiert hatte.
Laut der US-Regierung von Donald Trump hätten die Demonstranten durch „ihre Unterstützung der Hamas“ ihr Recht auf Aufenthalt im Land verwirkt. Der US-Außenminister Marco Rubio bestätigte den Bericht und schrieb auf X: „Wir werden den Hamas-Anhängern in Amerika das Visum oder die Green Card entziehen, damit sie abgeschoben werden können“.
Im vergangenen Jahr kam es an zahlreichen US-Universitäten, darunter auch die Columbia University, zu gewalttätigen Proteste rund um den 7. Oktober 2023 und den darauffolgenden Gazakrieg.
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Ende vergangener Woche hatte die US-Regierung die staatliche Unterstützung für die renommierte New Yorker Columbia University um 400 Millionen Dollar gekürzt. Grund dafür sei „die fortgesetzte Untätigkeit“ der Einrichtung „angesichts der anhaltenden Schikanen gegen jüdische Studenten“.
US-Bildungsministerin Linda McMahon warf der Leitung der Elite-Uni vor, bei den gewaltsamen antisemitischen Ausschreitungen auf ihrem Campus zu lange weggeschaut zu haben. Seit dem 7. Oktober 2023, dem Tag des Überfalls der Hamas auf Israel, seien jüdische Studierende auf dem Uni-Gelände „unaufhörlicher Gewalt, Einschüchterung und antisemitischer Drangsalierung ausgesetzt – und werden von denen, die sie eigentlich schützen sollten, ignoriert“, erklärte McMahon.
Ein Universitätssprecher sagte später dazu: „Wir prüfen die Ankündigung der Bundesbehörden und sichern zu, mit der Regierung zusammenzuarbeiten, um die Bundesmittel für die Columbia wiederherzustellen.“ Die Universität nehme ihre rechtlichen Verpflichtungen ernst. „Wir verpflichten uns, Antisemitismus zu bekämpfen und die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Studenten, unserer Dozenten und unseres Personals zu gewährleisten“, fügte der Sprecher hinzu. (mit AFP)
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