Laut Kriegsbeobachtern und NGO-Helfern passieren schon seit Wochen zu wenig Hilfsgüter die Grenze nach Gaza. Insbesondere im Norden des Küstenstreifens bleibt die humanitäre Lage katastrophal. Bei einer internationalen Geberkonferenz in Kuwait wurden von den Teilnehmern nun mehr als zwei Milliarden Dollar (1,85 Milliarden Euro) für den Gazastreifen zugesagt.
Das Geld solle im Laufe der kommenden zwei Jahre für die notleidende Bevölkerung in dem Palästinensergebiet eingesetzt werden, teilten am Sonntag die Organisatoren mit. Bei ihnen handelte es sich um das UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) und die Internationale islamische Wohltätigkeitsorganisation IICO.
Israel öffnete am Sonntag nach Angaben eines Militärsprechers den Grenzübergang „Western Eretz“ zum nördlichen Gazastreifen für humanitäre Hilfstransporte. Dadurch solle die Zahl der Hilfstransporte in den Gazastreifen und insbesondere in den nördlichen Bereich erhöht werden, hieß es. Am Sonntag hätten bereits Dutzende Lastwagen mit Mehl aus dem Hafen von Aschdod den Übergang passiert. Das Welternährungsprogramm (WFP) hatte vor Hunger im Norden des Gazastreifen gewarnt. Dort schreite die Unterernährung bei Kindern mit großer Geschwindigkeit voran, hieß es in einem Bericht zur Lage in dem Gebiet.
Israelische Armee verschärft Angriffe auf Rafah
Im Gazastreifen herrscht seit mehr als sieben Monaten Krieg, der durch den brutalen Überfall der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober ausgelöst wurde. In der Folge hat sich die ohnehin angespannte Versorgungslage in dem Palästinensergebiet nochmals verschärft.
Die von der EU und den USA als Terrororganisation eingestufte Hamas und weitere militante Palästinensergruppen hatten bei ihrem Großangriff nach israelischen Angaben etwa 1170 Menschen getötet, zudem verschleppten sie rund 250 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen. Israel geht seitdem massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, inzwischen mehr als 35.000 Menschen getötet.
Nach Aufforderungen zur Evakuierung hunderttausender Menschen ist das israelische Militär am Wochenende in Rafah im Süden des Gazastreifens weiter vorgerückt. Augenzeugen berichteten von Luftangriffen nahe dem Grenzübergang zu Ägypten.„Unsere Operationen gegen die Hamas in Rafah bleiben begrenzt und konzentrieren sich auf taktische Vorstöße, taktische Anpassungen und militärische Vorteile und haben dicht besiedelte Gebiete gemieden“, sagte Armeesprecher Daniel Hagari in einer in der Nacht zum Sonntag verbreiteten Erklärung.
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