Gefängnismauer ist rund fünf Meter hoch

Gilbert Schomaker
2 Min

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Moabit in Tiergarten galt bisher als sehr sicher. Der sternförmige Bau stammt noch aus dem vergangenen Jahrhundert. Am 1. September 1881 wurde das Gefängnis eröffnet. Heute dient es als JVA für männliche Untersuchungshäftlinge. 1 200 Menschen sitzen dort in direkter Nachbarschaft zum Kriminalgericht Berlin ein. Egon Krenz, Erich Honecker, Arno Funke (der Erpresser "Dagobert") und Bubi Scholz warteten in dem Klinkerbau auf ihren Prozeß. Auch der aus der Potsdamer JVA geflohene Hintze-Entführer Serow wurde nach seiner Festnahme aus Sicherheitsgründen nach Moabit gebracht. 380 Vollzugsbedienstete bewachen die Häftlinge in drei Schichten. Die Zellen sind etwa zehn Quadratmeter groß. Ihre Ausstattung ist spartanisch: Bett, Tisch, Stuhl, Schrank und Regal. Die Fenster sind vergittert. Eine Stunde am Tag haben die Gefangenen Freigang im Hof. Mindestens dreimal am Tag wird durchgezählt. Um 6 Uhr ist Wecken, um 23 Uhr gehen die Lichter aus. Die Gefängnismauer ist ungefähr fünf Meter hoch.Obwohl die Justizvollzugsanstalt Moabit als sicher eingestuft wird, gab es immer wieder Fluchtversuche. Im März 1996 riegelte die Polizei den Bau ab, nachdem ein 25jähriger aus dem Gerichtssaal in Moabit geflohen war, sich aber noch im Gebäude aufhalten sollte. Nach drei Stunden wurde er in einem Leitungsschacht entdeckt. Im November desselben Jahres flüchteten drei Rumänen. Ihre Freiheit währte aber nur 15 Minuten, dann wurden sie gefaßt. (sco.)

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