Sicherheitsmanöver

Geheimer Flugzeugwechsel in Ankara: Rakete soll Trumps Air Force One bedroht haben

US-Präsident Donald Trump verließ die Türkei nach dem Nato-Gipfel in einer unauffälligen Regierungsmaschine. Der Secret Service stufte die Gefahr als unmittelbar ein.

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US-Präsident Donald Trump steigt am 7. Juli vor dem Nato-Gipfel am Flughafen Ankara aus seiner Maschine.

US-Präsident Donald Trump steigt am 7. Juli vor dem Nato-Gipfel am Flughafen Ankara aus seiner Maschine.

© Osmancan Gurdogan/imago

Eine konkrete Bedrohung durch eine schultergestützte Rakete gegen die Air Force One hat nach Angaben einer mit dem Vorgang vertrauten Person den geheimen Flugzeugwechsel von US-Präsident Donald Trump beim Verlassen der Türkei ausgelöst. Das berichteten am Mittwoch übereinstimmend die Nachrichtenagentur Reuters und der US-Sender CNN. Der Secret Service, die für den Personenschutz des Präsidenten zuständige US-Behörde, habe die Bedrohung als glaubwürdig und unmittelbar eingestuft.

Die Bedrohung sei am letzten Tag des Nato-Gipfels in Ankara aufgetaucht, sagte die eingeweihte Person Reuters. Woher die Erkenntnis stammte, wollte sie nicht sagen. Den Sicherheitsbehörden habe für die Reaktion darauf nur wenig Zeit zur Verfügung gestanden.

Wechsel per Cateringfahrzeug

Trump und eine kleine Gruppe von Mitarbeitern wechselten laut Reuters am achten Juli mithilfe eines Cateringfahrzeugs unbemerkt von der großen blau-weißen Präsidentenmaschine in eine kleinere, unauffällige Maschine vom Typ C-32A. Air Force One flog anschließend separat mit ranghohen Regierungsmitgliedern, Mitarbeitern des Weißen Hauses und dem mitreisenden Pressekorps aus.

Eine Videoanalyse von CNN zeigt demnach, dass das Cateringfahrzeug bereits vor dem Eintreffen der Präsidentenkolonne am Flughafen Ankara neben Air Force One in Position gebracht wurde. Nachdem Trump an Bord gegangen war, sei der Container abgesenkt und zu der kleineren Maschine gefahren worden. Die größere Maschine sei gegen 20.44 Uhr Ortszeit ohne den Präsidenten gestartet, die kleinere sei eine Minute später losgerollt.

An Bord der als Täuschung dienenden Maschine waren nach Angaben der eingeweihten Person US-Außenminister Marco Rubio, Finanzminister Scott Bessent, Kommunikationsdirektor Steven Cheung sowie eine 13-köpfige Pressegruppe. Rubio sei über das Manöver informiert gewesen.

Verteidigungsminister Pete Hegseth flog laut CNN dagegen mit Trump in der kleineren Maschine. Auch der stellvertretende Stabschef des Weißen Hauses Dan Scavino, die persönliche Assistentin Natalie Harp und Walt Nauta, der die Abläufe im Oval Office und damit im Amtszimmer des Präsidenten koordiniert, bestiegen über das Cateringfahrzeug den Ersatzflieger.

Trump verweist auf Secret Service

Trump bestätigte am Dienstag vor Reportern, dass der Wechsel auf Anweisung des Secret Service erfolgt sei. „Ich glaube, das Flugzeug, mit dem ich geflogen bin, war einem größeren Risiko ausgesetzt“, sagte er. Er nannte dafür keine Belege.

Der Präsident flog zunächst zu einem Tankstopp nach Großbritannien, ohne dass es zu Zwischenfällen kam. Dort wechselte der Tross nach Angaben der Washington Post von der älteren Regierungsmaschine in eine von Katar geschenkte Maschine. Auch der Präsident stieg dort wieder ein. Nach außen sollte der Eindruck bestehen bleiben, Trump habe die gesamte Reise in den offiziellen Fliegern absolviert. In den USA verließ er das Flugzeug schließlich vor laufenden Kameras.

Der Umstieg auf die von Katar geschenkte Maschine war bereits vor dem Täuschungsmanöver Thema. Trump war mit dem neuen Flieger in die Türkei gereist, für den Rückweg griff er auf das ältere Modell zurück. Experten zufolge dürfte die geschenkte Maschine bei der beschleunigten Umrüstung nicht alle Sicherheitsvorkehrungen der älteren Maschine erhalten haben.

Nach der Reise kündigte Trump eine Nachrüstung an, ohne Einzelheiten zu nennen. Auf Sicherheitsbedenken angesprochen, hatte er in Ankara erklärt: „Ich bin die Nummer eins auf der Todesliste des Iran.“ Am 28. Februar hatten die USA gemeinsam mit Israel den Iran angegriffen.

Die New York Times hatte berichtet, US-Behörden seien alarmiert gewesen, weil den Iranern das Hotel und sogar die genaue Etage von Trumps Unterkunft bekannt gewesen seien.

CNN berichtete in den Tagen nach dem Gipfel, Israel habe US-Stellen Erkenntnisse übermittelt, wonach der Iran einen neuen Plan zur Ermordung Trumps ausgearbeitet habe. Einige US-Beamte hätten diese Informationen jedoch skeptisch bewertet und sie als Teil eines israelischen Versuchs eingeordnet, Trumps Entscheidungen zum Iran zu beeinflussen. Türkische Stellen äußerten sich Reuters zufolge zunächst nicht zu der Bedrohung.

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