Geldautomaten: Viele Banken schränken das gebührenfreie Abheben ein

Bis zu acht Euro kann das Abheben von Bargeld an einem Geldautomaten kosten. Wer unnötige Gebühren vermeiden will, greift zur Kreditkarte oder hebt das Geld an der Supermarkt-Kasse ab.

BLZ
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Die Deutschen heben ihr Bargeld am liebsten am Automaten ab. Auf etwa 58.400 Geldautomaten können sie nach Angaben der Deutschen Kreditwirtschaft dafür in Deutschland zurückgreifen (Stand Ende 2017). Es waren schon einmal mehr, doch seit dem Jahr 2015 ist der Geldkasten auf dem Rückzug. Die Wartung kostet die Finanzinstitute zu viel. Banken, die ihre Automaten nicht abbauen, erhöhen vielfach die Gebühren.

Im Einzelfall kann das Abheben an einem Automaten, der nicht zum Bankenverbund der Hausbank gehört, mittlerweile bis zu acht Euro kosten. Auf das größte Netz können immer noch Kunden der Sparkasse zurückgreifen. Die Sparkasse betreibt etwa 25.700 Automaten in Deutschland. Volksbanken und Raiffeisenbanken folgen mit über 18.000. Andere Banken haben sich zusammengeschlossen. So gehören zum Beispiel Deutsche Bank, Postbank und Commerzbank zur Cash-Group. Ein Kunde der Postbank kann also auch bei der Commerzbank zu gleichen Konditionen abheben. Santander, Sparda-Banken oder die Targobank schließen sich im Cashpool zusammen.

Neben Gebühren, die beim Abheben von Bargeld bei Fremdbanken erhoben werden, gehen einige Geldinstitute noch einen Schritt weiter und verlangen zusätzlich Geld, wenn die Kunden überdurchschnittlich oft Geld abheben oder es sich nur um kleine Beträge unter 50 Euro handelt. 

Banken geben die Gebühren an Kunden weiter

Eine solche Einschränkung hat zuletzt etwa die ING-DiBa eingeführt. Kostenlose Bargeldabhebungen sind seit Juli für Kunden nur ab einem Mindestbetrag von 50 Euro möglich. „Für jede Geldabhebung fallen Kosten bei uns an“, begründet ein Sprecher der ING-Diba den Schritt. „Die anfallenden Kosten sind unabhängig von der Höhe des abgehobenen Betrags. Viele Abhebungen mit kleinen Beträgen kommen daher für uns besonders stark zum Tragen.“

Gerade Direktbanken, mit nur wenigen eigenen Automaten, haben dadurch höhere Kosten. Etwa drei bis fünf Euro fallen an, wenn Geld an Fremdkunden ausgezahlt werde. Denn die Gebühren zum Geldabheben mit EC-Karte werden vom Automatenbetreiber festgelegt – und von den Banken an die Kunden weitergegeben.
Nun gibt es auch andere Möglichkeiten an Bargeld zu kommen. Viele Bankkunden sparen bereits, wenn sie statt der Girocard die Kreditkarte in den Automaten schieben. Neben der Abholung am Bankschalter können sich Verbraucher ihr Geld zudem auch an der Supermarktkasse auszahlen lassen.

Lieber zur Kreditkarte greifen

Zur Kreditkarte greifen: Eine Alternative zum Abheben mit Girocard ist, stattdessen die Kreditkarte zu verwenden. Denn im Gegensatz zur Girocard dürfen bei Kreditkarten die Banken, die die Kreditkarte ausgegeben haben, die Abhebegebühr bestimmen – auch bei Fremdautomaten. 

Gerade hier ersparen häufig Direktbanken ihren Kunden eine Gebühr, da sie durch ein weniger dichtes Automatennetz schon um viel weniger eigene Automaten verfügen als Filialbanken, bei denen sie eine kostenfreie EC-Kartennutzung anbieten können. Es gibt natürlich auch Filialbanken, bei denen kostenlose Varianten zur Verfügung stehen, das ist aber eher die Ausnahme. 

Doch aufgepasst: Wenn Anbieter mit einer kostenlosen Kreditkarte werben, ist damit in erster Linie eine kostenfreie Anschaffung und das Wegfallen einer jährlichen Grundgebühr gemeint. Kunden sollten darauf achten, ob auch eine gebührenfreie Nutzung und somit das Abheben am Geldautomaten inbegriffen ist. Hier können sich die Kosten stark unterscheiden – etwa auch beim Geldabheben im Ausland.

Bargeld gibt es auch beim Supermarkt an der Kasse

An der Supermarktkasse: Sich Geld an der Supermarktkasse auszahlen zu lassen, spart nicht nur Wege, sondern ist bei vielen Händlern auch noch gebührenfrei. Es gibt lediglich einen Mindesteinkaufswert, der meist bei zwanzig Euro liegt – die Höhe legt der Händler fest. Liegt der Einkaufswert darüber, können an der Supermarktkasse bis zu 200 Euro ausgezahlt werden. Händler, die den Dienst anbieten, sind zurzeit zum Beispiel Rewe, Penny, dm oder Real. Über einen ähnlichen Weg können an der Kasse außerdem auch Rechnungen in bar gezahlt werden. 

Von Verbrauchern wird dies allerdings noch recht selten in Anspruch genommen. Eine GfK-Umfrage im Auftrag des Bundesverbands deutscher Banken von Mai dieses Jahres ergab, dass 88 Prozent und demnach fast neun von zehn Befragten sich ihr Bargeld über einen Geldautomaten holen. Acht Prozent gaben an, in der Regel zum Bankschalter zu gehen, nur vier Prozent heben Geld vom Konto an der Supermarktkasse ab.

Kostenübersicht soll den Gebührendschungel lichten

Zukunftsaussichten: Dass die Automatengebühren künftig sinken, ist nicht abzusehen. Erst vergangenen Herbst hat das Bundeskartellamt nach der Prüfung von Verbraucherbeschwerden mitgeteilt, sie sähen keine Notwendigkeit, die Abhebegebühren an Bankautomaten gesetzlich zu begrenzen. Begründet haben die Wettbewerbshüter ihre Entscheidung damit, dass es noch genügend kostenfreie Alternativen gebe, wie eben die Nutzung einer Kreditkarte oder das Abheben an der Supermarktkasse.

Verbraucherschützer erhoffen sich durch neue Vorschriften, die Anfang November dieses Jahres in Kraft treten, dass sich wenigstens der Gebührendschungel ein wenig lichten wird. Nach der neuen Regelung müssen Kreditinstitute Kunden eine Kostenübersicht vor Abschluss des Vertrages zur Girokonto-Eröffnung aushändigen und diese einmal im Jahr aktualisieren.

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