Etwa eine halbe Stunde zuvor hatte der bosnische Basketballer seine erste Bundesligapartie für Alba bestritten, beim Saisonauftakt gegen die Artland Dragons aus Quakenbrück. Die Botschaft die von dem Duell zweier Titelaspiranten ausging, stach deutlich stärker ins Auge als später Djedovics Bekenntnis zum neuen Wohnort. Alba gewann 94:62. 16 Punkte steuerte Dejdovic bei, er war der erfolgreichste Berliner Werfer, befand sich aber in bester Gesellschaft. Auch Vule Avdalovic (10 Zähler), Deon Thompson (11), Albert Miralles (14), DaShaun Wood (13) und Yassin Idbihi (10) trafen zweistellig.
„Wir waren für Artland zu stark“, sagte Djedovic. Warum, das ließ sich an ihm selbst ganz gut erkennen. Zwar räumte der Flügelspieler selbstkritisch ein: „Ich habe in der Defensive ein paar Fehler gemacht, daran muss ich arbeiten.“ Dafür brachte er seine speziellen Talente ein in das Berliner Mannschaftsgefüge. „Einfach rotzfrech“, fasste Albas Geschäftsführer Marco Baldi den Auftritt des Bosniers zusammen. Wie nahezu alle Teamkollegen hatte der dennoch keine nennenswerten Foulprobleme. Mit seiner Dynamik passte Djedovic perfekt zum Stil, der Trainer Sasa Obradovic vorschwebt: zu temporeichem Spiel, zu Schnellangriffen.
Nr. 5, Vule Avdalovic: Erneut gutes Spiel vom Aufbauspieler. Sicher im Ballvortrag, er hat immer den Blick für die Mitspieler und in der Verteidigung lässt er seinen Gegenspielern kaum Platz. Zog gut zum Korb, am Ende konnte er 10 Punkte auf dem Konto verbuchen.
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Nr. 6, Sven Schultze: Wie gewohnt verteidigte der Kapitän der Albatrosse aggressiv (3 Fouls) und spielte im Angriff mannschaftsdienlich, stellte Blocks.
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Nr. 7, Joey Ney: Trickste in der letzten Minute den Quakenbrücker Valters aus und versenkte den Korbleger mit Foul. Auch den anschließenden Freiwurf verwandelte er. Mehr davon!
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Nr. 8, Heiko Schaffartzik: Hervorragende Pässe, gute Defense: Das war ein sehr gutes Spiel des Berliners - 6 Assists, 8 Punkte und immer präsent auf dem Feld.
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Nr. 9, Deon Thompson: Solides Spiel, am Ende erzielte der Center 11 Punkte und schnappte sich 5 Rebounds. Machte es den Centern der gegnerischen Mannschaft schwer. Gutes Spiel.
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Nr. 10, Sebastian Fülle: Ein Dreierversuch, ein Treffer. Weiter so.
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Nr. 13, Steven Monse: Spielte diesmal nicht.
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Nr. 14, Nihad Djedovic: Der Bosnier hat nochmal gezeigt, wie schnell sein erster Schritt ist und zog das ein oder andere Mal scheinbar mühelos an seinen Verteidigern vorbei. Oder aber, er konnte nur durch ein Foul gestoppt werden - insgesamt 6 Mal. 16 Punkte - Topscorer. Diesmal traf er auch einmal von Außen - und streckte dann die Zunge raus. Ein sehr gutes Spiel.
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Nr. 19, Albert Miralles: Spielte in der Startformation und knüpfte da an, wo er beim letzten Spiel gegen Bayern München aufgehört hat. Kraftvoll unterm Korb, aggressiv beim Rebound. Erzielte 14 Punkte und machte es Quakenbrücks Spielern schwer unterm Korb.
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Nr. 23, DaShaun Wood: Was für eine starke erste Halbzeit von Wood, 9 Punkte und vier erstklassige Pässe. Und die zweite Halbzeit konnte sich ebenso sehen lassen. Sehr, sehr guter Tag für den quirligen Aufbauspieler.
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Nr 34, Yassin Idbihi: Gute Pässe, gute Verteidigung, gute Freiwurfquote - und der Kämpfer unter dem Ring schnappte sich die meisten Rebounds, insgesamt 6 Stück.
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Nr. 44, Zach Morley: Spielt ungemein mannschaftsdienlich, versenkte 3/4 Würfen. Und er verteidigte clever.
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Nr. 31, Nathan Peavy: Leider Verletzt.
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Diese Vorgabe führte gegen Quakenbrück am Ende zu einem kuriosen Eintrag in der Statisik: 60 Punkte erzielten die Berliner aus der Zone vorm Korb, nur 16 die Dragons. Deren Trainer Stefan Koch fand, das dieses Missverhältnis alles über die Begegnung aussage. Eine gute Verteidigung zwinge den Gegner, aus der Zone herauszupassen. Indiskutabel sei daher die Abwehrarbeit seiner Spieler gewesen. „Alba hat das dagegen sehr gut gemacht“, sagte Koch.
Die Berliner störten Quakenbrück früh, hartnäckig und nahezu pausenlos. Sie provozierten 21 Ballverluste, kamen dadurch ihrerseits rasch unter den Korb des Gegners und trafen, bevor sich dessen Abwehr formieren konnte. „Wir haben schon lange nicht mehr so viele einfache Punkte gemacht“, sagte Center Idbihi. „Für den Gegner muss das frustrierend sein, wenn er den Ball kaum nach vorne kriegt.“
Bei Alba stellte sich frühzeitig ein gutes Gefühl ein. 25:15 lautete die Führung nach dem ersten Viertel, 44:32 nach dem zweiten. Ein 14:0-Lauf gelang im dritten Durchgang zum 58:32, als bereits klar war, wie dieser Abend ausgehen würde. Die Berliner Fans unter den 12 146 Zuschauern in der Arena feierten ihr Team. Das lieferte unten auf dem Parkett eine Energieleistung ab, die den Coach überraschte. „Um ehrlich zu sein“, sagte Obradovic: „Ich hatte nicht erwartet, dass wir heute schon so gut spielen.“
Alle dreieinhalb Tage ein Spiel
Bis auf Neuling Steven Monse brachte der Trainer alle Akteure zum Einsatz, sogar Joey Ney, 19, und Sebastian Fülle, 20, die sich mit jeweils drei Punkten für das Vertrauen bedankten. Eine große Rotation – auch das hatte Obradovic vor Saisonbeginn angekündigt, auch das soll zum Merkmal des neuen Alba-Teams werden. Anders sei das hohe Tempo auf Dauer nicht durchzuhalten, sagte Baldi. „Jeder der da ist, wird eine wichtige Rolle spielen.“ Der Geschäftsführer kündigte daher nochmals an, für den langzeitverletzten Nathan Peavey einen Ersatzmann verpflichten zu wollen. Die Suche läuft, die Zeit ebenfalls.
Bis zum Dezember wird Alba durchschnittlich alle 3,5 Tage ein Spiel bestreiten. Am Sonnabend das nächste, wieder in der Arena am Ostbahnhof, dann gegen die Dallas Mavericks, gegen Dirk Nowitzki und sein Team. Noch scheinen sich die Berliner nicht ganz einig zu sein, um welche Art von Spiel es sich dabei handelt. „Ein reines Showmatch“, sagte Obradovic. „Ein ganz normales Saisonspiel“, sagte Idbihi. „Der Auftakt in der Europaliga nächste Woche in Siena ist wichtiger“, sagte Djedovic.
Eine klare Ansage des 22-Jährigen. Klarer, als die auf seinem T-Shirt übrigens. Direkt unter dem Schriftzug Berlin war eine Zeichnung zu erkennen. Sah aus wie die Freiheitsstatue in New York.
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