Terrorprozess

Geplanter Anschlag auf Taylor-Swift-Konzert: So lief der erste Prozesstag

Kurz vor den geplanten Konzerten von Taylor Swift in Wien wurden mehrere Verdächtige festgenommen. Nun hat einer der Angeklagten vor Gericht Teile der Terrorpläne eingeräumt.

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Fans warten im August 2024 vor einem Taylor-Swift-Konzert in London.

Fans warten im August 2024 vor einem Taylor-Swift-Konzert in London.

© Alastair Grant

Der 21-jährige Österreicher Beran A. hat zu Beginn seines Prozesses in Wiener Neustadt eingeräumt, einen Anschlag auf ein Konzert der US-Sängerin Taylor Swift in Wien geplant zu haben. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters, ob er sich zu den Vorwürfen rund um die geplante Konzertattacke schuldig bekenne, antwortete er am Dienstag mit „Ja“, wie Reuters aus dem Gerichtssaal berichtete. Insgesamt erklärte er sich aber nur teilweise schuldig.

Festnahme nach Hinweisen des FBI

Beran A. war am 7. August 2024 festgenommen worden, einen Tag vor dem ersten von drei geplanten Konzerten Swifts im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Alle drei Termine wurden daraufhin abgesagt. Laut der Nachrichtenagentur AP wollte der Beschuldigte Menschen vor dem Stadion mit Messern oder selbstgebauten Sprengsätzen angreifen und dabei möglichst viele Personen töten. Hinweise der US-Bundespolizei FBI hatten zur Festnahme geführt.

Laut Reuters wirft die Anklage Beran A. vor, sich an Videoanleitungen der Terrormiliz Islamischer Staat zum Bau einer Splitterbombe orientiert zu haben. Zudem soll er eine kleine Menge des Sprengstoffs Triacetontriperoxid hergestellt und versucht haben, illegal ein Maschinengewehr sowie eine Handgranate zu kaufen. Er ist wegen mehrerer Terrordelikte sowie Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und wegen gefährlicher Drohung angeklagt. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm zehn bis 20 Jahre Haft.

Drei geplante Anschläge im Nahen Osten

Mitangeklagt ist der slowakische Staatsbürger Arda K. Beide sollen laut ORF Niederösterreich gemeinsam mit einem dritten Mann, Hasan E., im März 2024 zeitgleich Anschläge in Dubai, Istanbul und Mekka geplant haben. Während Beran A. und Arda K. ihre Pläne nicht umsetzten, soll Hasan E. in Mekka einen Sicherheitsbeamten der Großen Moschee mit einem Messer angegriffen und mehrere Personen verletzt haben. Er sitzt laut AP weiter in Saudi-Arabien in Haft.

Laut Reuters bekannten sich sowohl Arda K. als auch Beran A. schuldig, mit Anschlagsabsicht nach Istanbul beziehungsweise Dubai gereist zu sein. Beide wiesen jedoch den Vorwurf zurück, Hasan E. moralisch zur Tat in Mekka bestärkt zu haben. Die drei kannten sich laut ORF seit 2020 aus einer Handelsakademie in Wien-Favoriten.

Die Verteidigerin von Beran A., Anna Mair, sprach laut ORF von „unkonkreten“ Anschlagsplänen, etwa was die Tatmittel angehe. Vier Verhandlungstage sind angesetzt, der letzte für den 21. Mai. Reuters zufolge ist offen, ob weitere Termine nötig werden.

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